mehr erhöht er das Interesse des Gegenstandes und die Neu-gierde des Lesers. Die große Menge Werke eines Künstlers,besonders wenn von der Architektur die Rede, ist weit entfernt,die nämliche Wirkung hervorzubringen. Wie viele Mannig-faltigkeit auch der Architekt in seine zahlreichen Schöpfungengebracht: die methodische Aufzählung derselben und ihre tech-nische Beschreibung, stets unzureichend ohne Zeichnung, dieallein zu den Augen spricht, sind eher geeignet, die Leser zuermüden, als zu unterrichten. Deswegen haben wir, statt dieGeschichte des Fruchtbarsten aller Architekten in dem Verhält-nisse der Menge seiner Werke auszudehnen, für nützlicherkrachtet, unsere Leser auf die Sammlung der in Kupfer gesto-chenen fast unzählbaren Menge von Gebäuden, die er auf demGebiete von Venedig und den benachbarten Städten aufgeführt,zu verweisen und uns nur an Einige der Merkwürdigsten zuhalten, die zugleich am geeignetsten sind, die Natur seinesGenie's zu erkennen zu geben.
Indem wir eine kleine Anzahl dieser Werke durchgingen,haben wir sie aus dem Gesichtspunkte zu betrachten gesucht,unter welchem man ihr Verdienst am besten zu würdigen ver-mag. Unser Hauptzweck war, den Einfluß zu zeigen, welchenPalladio durch die sinnreiche, leichte und anmuthige Weise,mit welcher er die Regeln der alterthümlichen Kunst auf dieBedürfnisse und Forderungen der neueren Gebräuche anzuwen-den gewußt, auf den Geschmack von ganz Europa ausgeübtWir haben zugleich nie unterlassen, unsere Leser auf jene vonseinen Werken aufmerksam zu machen, die, in jeder Art, amMeisten zu seinem Ruhme beigetragen. Jetzt bleibt uns nurnoch übrig, von demjenigen zu sprechen, das ihn in den letztenJahren seines Lebens beschäftigt und in welchem er sich alsein würdiger Nacheiferet und, man kann wohl sagen, als derFortsetzer der griechischen und römischen Architekten gezeigt. Unddieses Werk war das Olympische Theater zu Vicenza .