Band 
Zweiter Band.
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Andrea Palladio .

Die Akademie der Olympier dieser Stadt hatte durch dieNachahmungen, welche in Italien von den dramatischen Wer-ken Athens und Roms unternommen worden, das Theater derAlten wieder in Ansehen gebracht, und Palladio für solcheVorstellungen, wie z. B, der Sophonisbc von Trissino, bereitsan mehreren Orten mehr oder weniger vergängliche Theatererrichtet. Die Akademie, des ewigen Ortswechsels müde, be-schloß nun, in ihrem Lokale ein ständiges und dauerhaftesaufführen zu lassen. Ueberdieß besaß Vicenza gerade den Künst-ler, welcher in diesem Punkte der Alterthumskunde am bestenbewandert, schon dem Daniel Barbars zu seinem Commentardes Vitruvs die Aufklärungen mitgetheilt, die er sich selbst durchStudium und Praxis erworben.

Palladio wurde demnach mit diesem Unternehmen beauf-tragt, bei welchem er eben so viel Geschicklichkeit als Kenntnißund Geschmack bewies. Besonders zeigte er hier, wie in allemUcbrigen, wie gut und richtig er die Typen und Formen deralterthümlichen Modelle örtlichen Verhältnissen und gegebenenUmständen anzupassen wußte. Durch den Platz etwas einge-schränkt, entfernte er sich hinsichtlich der Form seines Theatersvon den Regeln Vitruvs und gab seinem runden Theile statteiner halbzirkelförmigcn, eine elliptische Figur. Ueber den Stu-fcnsitzen, deren Stelle unser heutiges Parterre vertritt, erhober eine schöne korinthische Colonnade, die ein mit Statuengeziertes Gesims trug. Dadurch bildeten sich zwei Gallerten,eine untere und eine obere, denen er jedoch, durch den Raumder Straße gehindert, an welche der Bau stieß, keinen ununter-brochenen Zusammenhang geben konnte. Aber diese nvthge-drungene Unregelmäßigkeit schadete weder der Symetrie, nochgewährte sie einen unangenehmen Anblick.

Er ordnete die Bühne nach der alterthümlichen Methodean; das heißt: den Stufensitzen gegenüber erbaute er eineprächtige Vorderseite, gebildet aus zwei übereinander ange- ^