Band 
Zweiter Band.
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32 Philibcrt Delorme.

sind die zu beiden Seiten befindlichen Massen oder Pavillons,welche mit zwei übereinander angebrachten Säulenordnungen:einer jonischen und einer korinthischen, geziert sind. Es wurdehier keine Veränderung als blos in ihrer Attika vorgenommen,welche etwas weiter heruntergerückt und auf eine verständigereund regelmäßigere Composition zurückgeführt wurde. Man hatan diesen beiden Gebäuden stets die jonische Säulenordnungder untern Etage, ihre Verhältnisse, die kunstreiche Bearbei-tung der Säulenstämme und ihr Gesims bewundert. Vielleichtmuß man dem Geschmack der Zeit oder dem des Architektenjenen Ueberfluß von Verzierungen und Schnitzeleien zuschrei-ben, die an den Säulenstämmen, welche durch eine mindereUeberladung mit denselben weit mehr gewonnen als verlorenhaben würden, eher ziselirt als von Bildhauerarbeit zu seynscheinen.

Wenn man das wahre Verdienst Delorme's nach seinerArchitektur der Tuilerien beurtheilen will, muß man, um ge-recht zu seyn, auch alle die Rücksichten in die Wagschale legen,welche Zeit und Ort verdienen, von welchen es dem Architektensehr schwer wird, sich gänzlich frei zu machen.

Was die allgemeine Anlage des Palastes der Tuilerienbetrifft, welche weniger ein Gesammtganzes als eine Verbin-dung unterschiedener Eebäüde darstellt, muß man auf den,vor Delorme herrschenden, Zustand der Dinge in Frankreich zurückgehen. Der damalige Geschmack war, die Paläste inPavillons, Thürme und Flügel zu vertheilen, welche auf denEndpunkten durch große Massen geschlossen waren, die unterDächern von ungeheuerer Höhe gedrückt erschienen. Damalsmußte die Architektur der Paläste in Frankreich natürlich ihreModelle von der Construklion der festen Schlösser nehmen.Solche Unterabtheilungen von Massen aber waren mit derEinheit der Anlage und Anordnung, worin eine der Haupt-schönheiten der Architektur besteht, unvereinbar. Daher in allen