beschreibenden Details des Schriftstellers nachzubilden suchte,gab er dadurch vielleicht Veranlassung zu jener Art von Ueber-setzung, der es gelang, sowohl mit mehr oder minder glück-lichem Erfolge für den Künstler, welcher die alten Texte nichterklärt, Denkmäler wieder darzustellen, die für ihn verlorenwaren, als auch den Gelehrten, für den oft die Worte keinendeutlichen Sachbegriff haben, in die Kenntniß der alterthümli-chen Kunst einzuweihen.
Es ist für den Moralisten nicht leicht, zwischen einemerlaubten Ehrgeize, der dem Talente so nothwendigen Trieb-feder, und jener hochmüthigen Eitelkeit, welche die Begierdenach Lob dem Wunsch des Guten voransetzt, die richtigeUnterscheidungslinie zu ziehen. Noch schwieriger ist es fürden Geschichtschreiber, diese Unterscheidung unter den großenKünstlern zu treffen, die ihre Namen durch große Arbeitenverherrlicht und bei welchen die Nachwelt, indem sie ihreWerke bewundert, das moralische Prinzip, dem sie ihre Er-findung verdanken, nicht zu beurtheilen vermag. Bei Scamozzi verhält es sich anders. In seinen Unternehmungen wie inseinen Schriften hat er sich ganz enthüllt, hauptsächlich aberdurch ein besonderes Denkmal, durch welches er auf die aus-drücklichste Weise sowohl seine gewohnten Gesinnungen, als diehohe Meinung, die er von seinem Verdienst hatte, so wie zugleichden Wunsch äußerte, daß sein Name fortgepflanzt und derRuhm, der sich an denselben knüpfe, noch die Unterhaltungkünftiger Geschlechter werde. Dieses Denkmal war das Te-stament, welches seinen letzten Willen enthielt.
Als er, obgleich in einem noch nicht sehr vorgerückten Alter,sein nahes Ende fühlte und keine direkten Erben hinterließ,diktirte er seinen Freunden einen testamentarischen Akt, welchernachher mit allen gerichtlichen Formalitäten bekleidet wurde.
In dem Eingänge dieses Akts erzählt und entwickeltScamozzi alle Ansprüche, die er sich durch alle Arten von