152 Giovaiuii Lorenzo Berm'ui.
sinnreich als das Gesammtganze majestätisch ist. Die Fa<?adedes Palastes, deren Ausführung er geleitet, besteht in einemgroßen, zwischen den zwei Flügeln des Palastes zurücksprin-genden Hauptgebäude, mit drei Reihen Arkaden oder Säulen-gängen. Die beiden Flügel haben eine minder reiche Architekturund jeder an seiner Vorderseite drei Fenster in jeder der dreiEtagen. Man bewundert besonders im Erdgeschosse die dorischeSäulcnordnung,, deren Anordnung eben so wohl verstandenals die Ausführung verständig und regelmäßig ist. DieserPalast, einer der merkwürdigsten Roms, würde ein weit voll-kommeneres Ganzes dargestellt haben, wenn alle Theile nachden Projekten Bernini 'ö wären beendigt worden, an derenAusführung ihn seine vielen anderen Unternehmungen gehindert.
Sein Name war in ganz Europa berühmt. Besondershatte die Bildhauerei seinen Ruhm in die Ferne verbreitet.Carl I. schickte ihm drei seiner Portraite von Vandyck gemaltunter drei verschiedenen Ansichten, um nach denselben seineBüste in Marmor auszuführen. Zur nämlichen Zeit ließihm der Kardinal Mazarin eine'Pension von zwölf tausendrömischen Skudi bieten, um ihn nach Paris zu ziehen; aberder Papst konnte sich nicht entschließen, ihn abreisen zu lassen.„Bernini", sagte er, „ist für Rom und Rom für Berrnini geschaffen." Und um ihn mehr und mehr an Rom zu-fesseln, ermähnte er ihn unaufhörlich, sich zu verheirathen.Der Künstler gab endlich seinen Vorstellungen nach. Er ver-hcirathete sich im Jahre 1639 und lebte fünf und dreißigJahre mit seiner Gattin, die ihn mit einer zahlreichen Nach-kommenschaft beschenkte.
Nachdem Urban VIII. das Innere der St. Peterskirchehatte auszieren lassen, beschloß er, auch das Aeußere derselbendurch die beiden Glockenthürme zu dekoriren, mit welchennach den Projekten Carls Maderno's die Fa^ade derselbengeziert werden sollte. Von dem Papste mit dieser Unterneh-