Le Mercier. 215
erforderte, die er hier anwenden mußte, sehr wohl eine gewisseEleganz zu verbinden.
Le Mercier hatte an allen Unternehmungen seines Jahr-hunderts einen sehr großen Antheil. Nachdem Fran^ois Man-sart durch die Veränderungen seiner Projekte und den Unbestandseines Geschmackes das Vertrauen der Königin Anna von Oest-reich hinsichtlich der Erichtung des Denkmals von Val-de-Graceverloren hatte, welches erst zu einer Höhe von 10 Fuß überder Erve gediehen war, sehen wir, daß Le Mercier, welchersein Nachfolger geworden, die Kirche sowohl von außen alsvon innen bis zur Höhe des Hauptgesimses der großen Pila-sterordnung aufgeführt, wobei er sich einer Reinheit der Aus-führung und Präcision der Steinhauerarbeit beflissen, die manan allen seinen Werken als charakteristisch bewundern muß.
Le Mercier war auch der Nachfolger Metezeau's in derErbauung der Kirche der Priester des Oratoriums, in derStraße Saint-Honoro. Genöthigt, eine Composition zu be-endigen, wozu er nicht die erste Idee gegeben, und welchegleich Anfangs nicht glücklich erfunden schien, suchte er dieFehler derselben zu verbessern und verlängerte die Kirche umden ganzen Umfang des runden Theils, der ihr zum Chordient. Man kann übrigens in der allgemeinen Anordnung desInnern gewisse willkührliche Unregelmäßigkeiten bemerken, wiezum Beispiel die ungleichen Zwischenräume der Metopen, dieihm, wie es scheint, nicht zugerechnet werden können, da siemit der genauen Eintheilung aller Details der Architektur, inwelcher er sich, wie man sieht, fast in allen Gebäuden seinerComposition treu geblieben, in einem zu großen Widerspruchstehen.
Das letzte große Werk Le Merciers zu Paris war dieKirche von Samt-Roch in der Straße Saint-Honore. DenBau derselben begann er im Jahre 1653 und Ludwig XIV. legte der Grundstein dazu. Man begleitete denselben mit zwei