26
Verhandlungen und Debatten,
Nun, Herr Präsident, welche Frage liegt uns vor? Man behauptetauf der einen Seite, daß die Gesetzgebung mir all dieser Gewalt bekleidetwerden sollte ; während man aus der andern Seite einen Theil der Ge-walt dem Volke vorbehalten will. Nun bitte ich die Herren zu bedenken,daß wir nicht der Gesetzgebung die Gewalt verleihen, zwei Friedensrich-ter in jedem Taunschip, Flecken oder Stadtviertel zu bestimmen, weil, wiewir Advokaten sagen, dieses grims lade, eine hinlängliche Anzahl ist, undnicht mehr gebraucht werden. Wir ziehen es vor, daß das Volk die Frie-densrichter'selbst wählen und bestimmen soll. Allein der Herr von Allc-ghcny behauptet, es gebe TaunschipS, Stadtviertel und Flecken, die mehrals zwei Friedensrichter bedürften. Was schlagen wir vor ? Wir sa-gen nichts weiter, als die Gesetzgebung soll nickt über die Ausnahmenrichten, sondern das Volk in den Taunsckips, Stadtvierteln und Fleckensoll die Freiheit haben, selbst diese Beamten zu wählen. Herr Präsident,ich behaupte den Grundsatz, daß die Gewalt vom Volke selbst ausgeübtwerden sollte, wofern nicht eine Uebertragnng jener Gewalt nothwendigist. Das Volk selbst hat zn.entscheideu, ob es mehr als zwei Friedens-richter braucht. Ich frage die Herren, ob unter der alten Constitutiondie dem Gonvcrnor verliehene Gewalt, eine zureichende Anzahl vonFriedensrichtern zu ernennen, nicht mißbraucht wurde? Welche Gc-° walt, Herr Präsident, verlangt man jcßt den Volksrepräsentantcn znverleihen ? Ei, eine zureichende Anzahl von Friedensrichtern zu ernen-nen. Die nämliche Gewalt, welche nach der Aussage der Herren vomGonvcrnor mißbraucht werde, wollen sie der Gesetzgebung verleihen.Welch ein Possenspiel ist dieses ! Verleiht der Gesetzgebung jene Ge-walt, und ich gebe euch mein Wort darauf, es wird in sieben Jahren keineGesetzgchung vorkommen, wo sich weniger aft fünfhundert Bewerber ein-stellen, und sie um das Amt eines Friedensrichters plagen, indem sieanführen, wir haben nur zwei Friedensrichter, während wir sonst ge-wöhnlich acht hatten. Die Mitglieder der Gesetzgebung werden alsdannvon dem Bewerber sagen, er ist ein geschcidter Mann, ein gutgesinnterMann, und geht mit uns "durch dick und düun"j Wenn ihr für mei-nen Friedensrichter stiinmt — so werde ich auch für den eurigcn stim-men.
Doch dieses ist nicht das einzige Uebel, welches daraus entspringenwird, wenn man die Sache der Gesetzgebung überläßt. Die Zeit jenerVersammlung wird Wochen, ja Monate lang mit Gesetzen für die Frie-densrichter hingebracht werden ; denn ihr könnt versichert sein, daß esmit Amtsgesuchen kein Ende nehmen wird. Ja, Wochen und Monatewerden hingebracht werden mit dem Blockrollen der Friedensrichter inAemter. Ich werde meinen Beifall nicht einem solchen Zustand der Din-ge schenken.
Hr. E h a m be r s, von Fraukliu, sagte: der Beweis des Herrn, wel-cher soeben seinen Sitz einnahm (Hrn.M'Dowell) stütztsich auf die irri-ge Annahuie, daß durch die angenommene Abänderung die Gesetzgebungzur Bestimmung der Friedensrichter ermächtigt werden soll. Der Herr,sagte Hr. C., bat diese vorgeschlagene Gewalt-Ausübung mit den Miß-brauchen der Gewalt von Seiten des Konvcrnörs von Pennsylvanien,unter der bestehenden Bestimmung der Constitntion von 1790, verglichen.