Band 
Band XI.
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Pennsylvanische Convention, 1838. 283

dritte Schwert aufheben, welches Mahomct's Schwert oder diesem ähn-lich ist, das heißt wo die Religion durch Kriege, oder durch blutige Ver-folgungen zum Zwange der Gewissensfreiheit ausgebreitet wird." Erfügt am Ende des Versuchs den folgenden Satz hinzu, welchen ich derernstlichen Ueberlegung der Convention anempfehle, da derselbe vielleichteinen Leitfaden für deir Eifer Derer, die so warm die Zweckmäßigkeit vonÄeligionsproben vertheidigen, an die Hand giebt. "Und es war einemerkwürdige Beobachtung eines weisen Kirchenvaters, und nicht minderein offenherziges Geständniß, daß Jene, welche den Gewissenszwang ver-theidigten und ausbreiteten, gewöhnlich selbst dabei ihren Vortheil such-ten."

Der bürgerlichen Obrigkeit wurde nicht allein erlaubt, sondern ei»ge>schärft, Ketzer zu unterdrücken. Dir Erstickung der Ketzerei wurde aufder Kanzel gepredigt, im Schlafgemache ins Gebet geschlossen, und in derRathsversammlnng gebilligt. Unter der allgemeinen, von Schwärmernerzeugten Verwirrung, verstummte die «stimme der Vernunft und Mensch-lichkeit, und das Vergießen von Mcnschenblnt wurde stets gepriesen, woder Verwand die Rettung der Seele und das Beste der Religion >var.

Burton, welcher zur Schule der Blindgläubigen gehörte, wich dennochetwas von dem Ueberreste seiner Klasse'ab, und glaubte, daß Ketzerei so-wohl Krankheit als ein Verbrechen sei. In seiner Zergliederung (Anato-mie) der Schwermnth schreibt er in allem Ernste und in seiner wunderli-chen Sprache die folgende seltsame Behandlungsart der Ketzer vor:—

"Wie Hippokrates in seiner Natnrlehre sagt, so kann ich wohl in derGottesgelahrtheit sagen: quae serro non curantur, ignis curat. (Wo dasMesser nicht mehr hilft, da hilft daö Feuer.) Im Allgemeinen zähmeman sie durch Gesetze, Glckdbnße, man verbreitüe ihre Bücher, verbiete ihreGeheimsitzungen z denn sobald die Ursache weggenommen ist, so wird auchbald die Wirkung aufhören. Was nun Propheteii,Trä»nier und dergleichenrohe alberne Kerle anbelangt, die durch Fasten, zu viel Nachdenke,,, star.kes Studiren, oder durch Schwermnth geisteszerrüttet wurden, so bestebtdas beste Mittel, um sie ad sanara mentem (zur''gesunden Vernunft) \nbringen, darin, daß man ihre Lebensweise ändert, und ihnen, nebst Be-sprechung, Drolmng, Versprechen, Uebcrrednng ein Abführungsmittel cin-giebt. Hercules von Sachsen hatte einen solchen Propheten zu Venedigm Behandlung, welcher glaubte, er sei Elias, und welcher wie Jener zufasten pflegte; der Arzt kleidete einen Mann in Engelskleidern, welchersagte, er komme aus dem Himmel, um ibm himmlische Nahrung zu brin -gen, und welcher auf solche Weise sein Fasten brach, und ihm ei» Abfiib-bungsmittel beibrachte; so wurde der Narr durch die Vermittelung diesesnachgemachten Engels curirt. Nhasis, ein Araber, cont. libas. cap. s.flicht von einem Menschen, welcher sich in einem ähnlichen Falle bei ihmdeklagtx^ „>,d seine Hülfe in Anspruch »ahm. Ich fragte ihn (sagte er)was ihm feh^e? er erwiederte, ich denke beständig an Himmel und Höl-le, an Schwcfelgestank rc., und werde so von diesen Bildern geplagt, daßtcki weder essen,'noch schlafe», noch ,ncinem Geschäfte nachgehen kann.,ch heilte ihn ^sagt Wasis) theils durch Ueberrednng, theils durch Ab-fuhrungsmittel, und ein Gleiches habe ich mit vielen Andern gethan.