Band 
Zweiter Band.
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dir Versammlung ihre Sendung erfüllt. Die Constitutivnsey fertig; man habe nichts weiter zu thun, als den Königmit der ganzen vollziehenden Gewalt zu bekleiden. AberMirabeau widerlegte ihn in einer glänzenden Improvisation.„Die Vollmacht, rief er, Stellvertreter der Nation zu blei-ben, bis die Verfassung vollendet ist, haben wir unS erwor-ben durch unsere Anstrengungen, unsere Arbeiten, und derBeifall der Nation hat sie sanctionirt. Wie jener großeMann des Alterthums, dem man die Vernachlässigung ge-setzlicher Formen vorwarf, können wir antworten: „Wirschworen, — ja, meine Herrn! ich schwöre, daß wir dasVaterland gerettet haben!" Alles erhob sich bei diesen Wor-ten, und es wurde beschlossen, daß die Sitzung nicht aufhö-ren solle, bis ihr Werk zu Stande gebracht sey.

Auch außer dem Ständesaal machte man gegenrevolutio-näre Anschläge. Man suchte die Armee zu verfübren. Aberdie Versammlung traf weise Gegenmaaßregeln. Sie erklärtedas Vorrücken in allen Graden für unabhängig von demHof und einem adeligen Titel.

Bereits begann auch der nach Turin geflüchtete Bruderdes Königs, Graf Artois, im Ausland Umtriebe zu machen,und mit Lyon und dem Süden Einverständnisse anzuknüpfen.Priester entzündeten in Languedvc kurze Emeriten. Aber nochwar die Partei nicht gesammelt und es gelang vorerst nicht,einen Bürgerkrieg zu entzünden.

Um dieselbe Zeit wurde ein Komplott entdeckt, den Könignach Peronne zu entführen. Der Marquis von Favras, wel-cher es angezettelt und durch seine Unvorsichtigkeit verrathenhatte, wurde zum Tod verurthcilt.

Der Hof war verlegen und unentschlossen; ohne etwasEntscheidendes zu wagen, fühlte er nur seine Abhängigkeitvon der Nativnal-Versammlung. Da er in seiner equivvkenStellung nicht offen hervorzutreten wagte, so befreundete ersich sowvbl mit denjenigen, welche die Revolution in gewisseSchranken bannen wollten, als auch mit denjenigen, die ihr