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Zweiter Band.
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entrissen wurde.) Auch Schweden fühlt Rußlands Ueber-macht: doch könnte von dieser Seite, wenn die Nation wie-der erstarkt ist, für Europa Hilfe kommen.

7) Polen liegt in der Periode, die wir beschreiben, unter demMesser der Großmächte, und ist ein Tummelplatz österreichischerHabsucht, preußischer Zudringlichkeit und russischer Barbarei.Einmal ist es getheilt, eine neue Theilung steht ihm nochbevor. Die polnische Verfassung erschwerte die Einheit desNativnalwillens. Doch blieb, wenn auch beschränkt, demPolen ein Vaterland, das edle Gemüther bemitleiden konn-ten : „eine heilige Flamme, sagt I. v. Müller, könnte einstnoch auflodern." Er hat prophetisch gesprochen.

8) Rußland zog um diese Zeit durch Katharina H. dieAufmerksamkeit Eurvpa's im höchsten Grade auf sich. Deut-sche und französische Kultur drang in die Finsterniß der 320,00«Quadratmeilen umfassenden Lündermaffe des unermeßlichenReichs. Es zählte 5» Millionen Bewohner, hatte ungefähr64 Millionen Rubel Einkünfte und konnte über Zon,ooo Sol-daten stellen, außer den Horden der Kosaken, Armenier, Gru-sinier, Kirgisen, Kalmücken, Karakalpaken und anderer asiati-scher und europäischer Barbaren, welche in gleicher Anzahldem Heere zuströmen.

Katharina baute an dem Werk Peters des Großen fort,und der an Quellen reicher Staat hatte, zumal durch Berg-werke und Handel, ein bedeutendes Einkommen. Die Kai-serin war im Anfang der Revolution mit ihren Nachbarn denSchweden und Türken, die sie aus Europa zu vertreiben imSinne hatte, allzusehr beschäftigt, um sogleich thätigen Antheilan der Reaktion zu nehmen, obgleich es im Interesse der rus-sischen Regierung lag, keine andere Aufklärung zu dulden, alsdie dem Despotismus brauchbare.

Die beiden andern großen Kontinentalmächte ausser Frank-reich, waren Oesterreich und Preußen.

Wir könnten sie unter dem „deutschen Reiche" be-trachten: allein sie sind doch nicht sowohl durch ihren deut-