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der Ungarn Nationalstolz empörte sich gegen die deutschen Ein-griffe in ihre Rechte: sie erhoben wider den Kaiser, der ihrunumschränkter Feldherr seyn wollte, freilich um als solcherdie Menschenrechte der Bauern gegen den Adel geltend zumachen, die Fahne des Aufruhrs.
Joseph führte in seinem Erzherzogthum religiöse Dul-dung ein, hob unnütze Kloster auf und verwandte diese Sum-men zu besserer Bildung. Wer mag ihn tadeln? Hier warer Alleinherr und wies mit völligem Recht die Anmaßungendes Pabstes zurück; auch erkannte er den Orden der Jesuitennicht mehr an: dagegen standen ihm in den eilf österreichi-schen Provinzen der Niederlande gegen solche VerbesserungConstitutionen und Einrichtungen gegenüber, die nur mitBewilligung des Volks aufgehoben werden durften, mochtensie auch unpassend und schädlich seyn. Denn war es Josepherlaubt, diese Schranken der Konigsgewalt niederzureißen, somochte sein Nachfolger mit derselben MachtvollkommenheitJosephs Verbesserungen vernichten, und noch viel Schlimme-res, als früher da gewesen, an die Stelle setzen. Die Nieder-länder empörten sich, und schloßen eine Union, vermöge wel-cher sie die eilf Provinzen für einen selbstständigen Staat,Belgien genannt, erklärten. Erst Josephs Nachfolger Leopoldberuhigte sie auf kurze Zeit. Die französische Revolutionentschied über ihr Schicksal.
In seiner äußern Politik war Joseph so wenig als Frie-drich II. den Grundsätzen der Humanität, des Rechts und derBilligkeit getreu. Er verband sich mit Catharina II., um vonden Türken, die ihn nicht beleidigt hatten, einige Provinzenzu erobern; der ungerechte, blutige Krieg endete ohne großenErwerb. Auch ließ sich Joseph die Theilung Polens gefallen.Indessen war sein Hauptaugenmerk auf Deutschland gerichtet.Das regierende Haus in Barern war ausgestorben, und Josephgedachte es mit Waffengewalt an Oesterreich zu reißen, wasder greise Friedrich verhinderte. Sofort entschloß er sich zurGüte, und überredete den Herzog Baierns, Karl Theodor, zu