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Zweiter Band.
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stizpflege verbessert und die ganze Organisation mit hoherWeisheit vereinfacht, besonders aber dem Militärstand eineEinrichtung und Vollendung gegeben, wodurch er das Mu-ster aller übrigen Staaten wurde. Allein der erste Blickauf die Karte zeigt, daß Preußens Stellung als große euro-päische Macht dennoch sehr unnatürlich und beinahe chimärischist. Alle seine Gränzen sind offen, seine Theile stehen in gezwun-gener Verbindung, und das ganze Werk beruht aus Militär-macht und äußerst künstlicher Politik. Um augenblicklich alleResurcen des Staats zur Verwendung der Regierung zu ha-ben, muß diese ganz unumschränkt seyn, und darf von keinerSeite Einspruch oder Zögerung erfahren. Daher herrschtseit Friedrich II. eine vollendete Beamten- und Militärherr-schaft in Preußen. Zwar Friedrich der Große, seiner eigenenSuperivrität sicher, duldete wohl ein tadelndes Wort, undließ dem Gedanken seinen Raum: aber sein schwacher, fürWollust, Verschwendung, Eitelkeit und Aberglauben zugäng-licher Nachfolger unterdrückte durch Censur- und Religions-Edikte die freie Mittheilung und Forschung, so wie er durchunpolitische, schlecht entworfene Kriege, die nur seiner Eitel-keit fröhnen sollten, den von Friedrich hinterlassenen Schatzvon 8« Millionen Thalern schnell vergeudet hatte. — Daspreußische Volk, dem es an sittlicher Grundlage seines Selbst-bewußtseyns fehlte, zeichnete sich seit dem Tod seines größtenKönigs durch lächerliche Aufgeblasenheit aus. Der BerlinerHof war schon zwei Jahre nach dem Regierungsantritt Frie-drich Wilhelms II., des Neffen Friedrichs, in der öffentlichenMeinung sehr gesunken.

„Diese drei Cvntinentalmächte, sagt Joh. v. Müller (Ruß-lands, Oesterreich und Preußen), haben über ein Drittel der„Masse regulärer Soldaten, welche in den verschiedenen Staa-„ten die Stämme des europäischen Menschengeschlechts in Ord-nung halten: an Taktik, an Kriegszucht werden ihre Heere„für die ersten gehalten; vereinigt fürchten sie Niemand: im„Kriege nur hauptsächlich einander selbst. Zu ihrer innern