Band 
Zweiter Band.
Seite
130
JPEG-Download
 

!

Eigenthum und Glaube eines Jeden wird gleicher Weise ge-schützt seyn, und Niemand soll fernerhin ein Verwand blei-ben, von einem Lande entfernt zu leben, wo die Gesetze inGeltung und Aller Rechte geachtet sind."

Leider zeigten sich im In- und Auslande Verschwörer ge-gen die Revolution und verhinderten die Realisirung dieserfriedfertigen Worte. Im Innern verleiteten die eidscheuenPriester das Volk zu den gefährlichsten Unruhen und ließenkein Mittel unversucht, dasselbe gegen die bürgerliche Ver-fassung der Geistlichkeit aufzureizen, und den Saamen desBürgerkriegs auszustreuen. Die Bischöfe fanatisirten dasVolk, um es der neuen Konstitution abtrünnig zu machen:sie erließen Sendschreiben mit bestimmten Instruktionen an dieGeistlichen, wodurch diesen verboten wurde, in derselben Kirchemit Beeidigten einen Cultus zu feiern; ferner mußten sie ihrenGemeinden erklären, daß sie die fluchbeladene Gemeinschaft derauf,,d i e N a ti o n, das Gesetz und de n K ö n i g" beeidig-ten Geistlichen, an welche man sich hinsichtlich der Sacramentenicht wenden könne, zu meiden haben und gegen dieselbe desGehorsams entbunden wären. Solche Worte verfehlten dieerwartete Wirkung auf die Ungebildeten und Aengstlichcnnicht; überall zeigten sich Widerspenstige, besonders in denDepartemens: Calvados, Gvvaudan und Bendüe.

Im Ausland hatten sich die Emigranten, unter ihnendie beide» Bruder des Königs, die Grafen von Provenceund Artois, der Prinz Condü und der Herzog von Bvurbcnmit den drohenden Monarchen fremder Völker verbunden. Denndie Auswanderung, welche schon während der ersten Natio-nal-Versaninilung lebhafte Besorgnisse aller Patrioten erregtund es, wie wir sahen, uur Mirabeau's Beredtsamkeir zuverdanken harte, daß keine Strafgesetze gegen sie erlasse»wurden, nahm in bedenklichem Grade überband. Wenn manes ursprünglich dem Beweggründe der Furcht zuschreibenkonnte, daß einzelne, in der That, oder wenigstens in ihrerVorstellung, Gefährdete außerhalb Frankreichs eine Freistätte