Band 
Zweiter Band.
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Epoche, und die furchtbare Verwirrung der Dinge bei jedemWindstoß, der einen Staat bewegt, zeigt das auf den höch-sten Grad gesteigerte Mißtrauen zwischen Regenten und Bür-gern. Alle Parteien aber theilen das Bedürfniß, endlicheinmal eine Entscheidung des Principienkriegs zu erlangen,damit eine natürliche Politik wenigstens wieder möglich sey.Doch diese Entscheidung ist bedingt durch die VernichtungEines der beiden streitenden Elemente. Denn so lange esAristokraten gibt und Demokraten, wird nicht Friede ausErden. Ob nach der vollständigen Niederlage Eines Theilsnicht bald dasselbe Schauspiel mit frischen Kämpfer» sich er-neuen wird, da weder die Liebe zur Freiheit, noch die zur Herr-schaft ausstirbt, lassen wir dahingestellt; glauben w-cr, daßjedenfalls eine neue Aera der Menschen beginnen müsse, nennentweder die Eigeuchumslosigkcit und Leibeigenschaft der Mehr-zahl jedes Volks wiederhergestellt, oder das letzte Recht desFeudalismus aus Pergament und Familien beruhend, zer-stört ist.

Es verdient bemerkt zu werden, daß die republikani-schen Politiker vorstehende Betrachtungen, woran ein gro-ßer Theil schon eingetroffen ist, gleich beim Beginn der Käm-pfe anstellten, und daß überhaupt die großen Männer derRevolutionkpartci viel hellsehender waren, als die klugnenStaatskünsiler vom Systeme des Bestehenden. Ihre Poli-tik war natürlich, großartig, umfassend; die der Gegner »er-künstelt, kleinlich, dem Augenblick gehorsam.

Schon die ersten Berathungen in der gesetzgebenden Ver-sammlung führen aus diese Bemerkungen; wenn man dieVerhandlung liest, in welcher die auswärtigen Verhältnissezur Sprache kamen, in Folge deren Ludwig ersucht wurde,von den Grenzfürsten die Zerstreuung der gewaffneten Aus-wanderer zu verlangen, widrigenfalls er sie zwingen werbe,das Völkerrecht zu ehren: so kann man sich der Bewunde-rung über die Klarheit, Kraft und Einsicht der demokrati-