Band 
Zweiter Band.
Seite
140
JPEG-Download
 

140

schen Redner nicht enthalten. Hier strahlt Jsnard alsStern erster Größe.

„Fürchten wir nicht, sprach er, einen Krieg mit den gro-ßen Mächten zu beginnen, diese bestimmt ihr Vortheil schondazu, unsre Maaßregeln werden keine Veränderungen, sondernnur Erklärungen bezwecken. Die Entschlüsse der Franzosenmüssen ihrer neuen Stellung gemäß gefaßt werden; warensie als Sclaven unter Ludwig XIV. doch tapfer und groß,sollten sie jetzt im Besitze ihrer Freiheit furchtsam und schwachsepn?"

„Man schlägt uns Bedingungen vor, und will die Gewaltdes Königs vermehren, dessen Wille dem des ganzen VolkesEinhalt thun kann, eines Mannes, der dreißig Millionenempfängt, während taufende von Bürgern Hungers sterben.Man will den Adel zurückführen. Allein wenn der Adel derganzen Welt uns angreifen sollte, so würden die Franzosenmit Gold in der einen, und dem Schwert in der andernHand, diese Uebermüthigen zwingen, die Strafe der Gleich-heit zu erdulden."

„Erheben wir uns unter diesen Umständen zu der ganzenHöhe unserer Sendung! Sprechen wir mit den Ministern,dem König und Europa, eine Sprache wie sie den Stell-vertretern des französischen Volkes geziemt! Sagen wirunsern Ministern, daß bis jetzt die Nation mit dem Betra-gen keines von ihnen zufrieden ist, daß sie künftig nur zwi-schen öffentlicher Dankbarkeit, oder der Rache des Gesetzeszu wählen haben, und daß wir unter dem Worte Verant-wortlichkeit den Tod verstehen. Sagen wir dem Könige,daß es sein Interesse ist, die Verfassung zu vertheidigen,daß er nur durch das Volk regiert, daß die Nation seinSvuverain, und er der Unterthan des Gesetzes ist. Sagenwir Europa, daß das französische Volk, wenn es das Schwertzieht, die Scheide wegwerfen und sie nur mit glorreichemSiegesloorbeer bekränzt wieder aufnehmen wird. Sagen wirihnen, daß auch wir die Verfassungen aller Staaten achten