Band 
Zweiter Band.
Seite
144
JPEG-Download
 

144

surften im Elsaß in ihren Güterbesitz, wie vor dem Anfangder Revolution, und die Herausgabe von Avignvn, und Ve-naissin an den Pabst. Um seinen Forderungen Nachdruck zu geben,stellte Oesterreich Heermassen längs der französischen Grenzeauf. 5v,ovo Mann lagen in den Niederlanden, 6,vvo imBreisgau, und 5v,ooo ließ man aus Böhmen hervorrücken.

Die gesetzgebende Versammlung fühlte, daß es dringendnöthig sey, den Kaiser über seine wahren Gesinnungen ge-gen Frankreich zu einer Erklärung zu vermögen, und dieFrage zu beantworten, warum diese furchtbare Bevbachtungs-armee an Frankreichs Grenzen stehe?

Die Girondisten drängten angelegentlich, diesem gefährli-chen Feinde zuvorzukommen, und verfolgten alle Minister,auf die man im Falle des Kriegs nicht rechnen konnte; be-sonders die beiden Minister der Hofpartei, der unfähigeDelassart, und der ränkevolle Bertrand de Mvlleville gabenAnlaß zu gerechten Angriffen; außer diesen bestand dasMinisterium noch aus dem konstitutionell gesinnten Nar-bonne und dem ihm gleichgesinnten Minister des Innern,Cahier de Gerville. Bei so durchaus entgegengesetztenStrebungen und Meinungen konnte dieses Conseil nicht langebestehen. Narbonne stritt sich in der Versammlung mitMvlleville, dem Feinde seiner Ansichten, was die Entlas-sung Beider und dieDesorganisativn dieses Ministeriums nachsich zog. Die Entlassung Narbonne's machte gewaltigen Ein-druck aus die Versammlung, welche dekretirte, daß Narbonnedas Vertrauen der Nation, was die übrigen Minister ver-loren haben, mit sich nehme; Brissot klagte sogar Deles-sart bei dem Obergerichtshof von Orleans, — dem nach derVerfassung des Urtheilsspruch über Staatsverbrechen zustand,—des Verraths an der Nation an.

Sämmtliche Minister gaben hierauf ihre Entlassung ein.Der schwankende König, durch das Verfahren gegen Delessarteingeschüchtert, wählte seine neuen Minister aus der siegreichenOpposition. Durch inniges Anschließen an diese vergleichungs-