Band 
Zweiter Band.
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der verhaßten Adeligen und Royalisten ihren Eifer bedeutendabgekühlt, und selbst Mandats Bitte hatte ihre Entfernungvon der Königin nicht erhalten können. Bereits war eineSpaltung unter den Vertheidigern der Tuilerien, als Lud-wig XVI. sie um 5 Uhr Morgens musterte. Er war sehrtraurig; doch schien ihm der Anblick des ergebenen Muthesder im Innern aufgestellten Truppen Entschlossenheit ein-zuflößen. Aber als er in die Vorhöfe kam, ließ sich derRuf: „Es lebe die Nation! Es lebe Potion!" von mehre-ren Seiten hören, was ihn mit düsteren Ahnungen erfüllte.Die Pikenbataillone verfolgten ihn mit dem Geschrei: „Nie-der mit dem Veto!" und wendeten ihre Kanonen gegendas Schloß; andere ahmten diesem Beispiel nach. Da ver-lor der König den Muth, und die Königin, welche sich mitvieler Majestät gezeigt hatte, rief aus: „Alles ist verloren;diese Art Musterung hat mehr geschadet, als genutzt!"

Bald nahten sich die Insurgenten in mehreren Kolonnenund militärischer Ordnung; sie hatten früh Morgens dasZeughaus gestürmt und Waffen ausgetheilt. Die Kolonnender Vorstädte St. Antvine und St. Marceau waren allein20,000 Mann stark, und erhielten noch auf ihrem Marsch —sie hatten sich um 6 Uhr Morgens in Bewegung gesetzt —bedeutenden Zuwachs. Eine Abtheilung, welche auf demPontmeuf aufgestellt war, um die Vereinigung der von bei-den Seiten der Brücke Angreifenden zu verhindern, wurdevon dem Gemeinderath abberufen und der Zugang geöffnet.Indessen hatte sich die Vorhut, aus marseiller und bretagnerFreiwilligen bestehend, auf dem Karrousel in Schlacht-reihen gestellt und richtete die Kanonen gegen das Schloß.Röderer, welcher durch Ueberredung die Massen der An-dringenden zurückhalten wollte und eine Deputation vonzwanzig Männern dem Volke an den König und die Natio-nalversammlung abzuordnen vorschlug, wurde nicht gehört.Seine Aufforderung an die Nationalgarden und Kanoniere,im Namen des Gesetzes Gewalt mit Gewalt zu vertreiben/