kurzer Uebung bei dem Heere eintrafen, abzuwarten, undseine Unterfeldherren von verschiedenen Seiten her an sichzu ziehen.
Indessen ging der Herzog von Braunschweig in drei Heer-zügen über die Maas. Als er bemerkte, daß die Stellungder französischen Armee in der Fronte schwer zu überwältigensey, so faßte er den Entschluß, sie zu umgehen. Diese Ope-ration glückte ihm um so leichter, als Dumouriez die Pässevon Chüne-Populeur und Croir-au-Bois ihrer geringern Wich-tigkeit wegen nur leicht hatte besetzen lassen. Wirklichschwebte er nach Wegnahme derselben durch die Preußen inaugenscheinlicher Gefahr, in seinem Lager bei Grandpro um-gangen und aufgehoben zu werden. Der große Fehler wareinmal begangen, aber Dumouriez war nicht der Mann, inschwierigen Lagen zu verzweifeln. Sein an Hilfsmitteln rei-cher Geist fand mit schneller Besonnenheit einen Ausweg.In der Nacht des 14 . Septembers ging er heimlich undungehindert über die Aisne und machte einen künstlichenRückzug nach St. Menehould, wo er ein Lager schlug, unddrei Tage später mit Beurnonville und Kellermann sich ver-einigte. Jetzt war sein Heer zwischen 60 und 7 »,ooo Mannstark. Die preußische Armee war der französischen gefolgtund griff Kellermann auf einem für Letzteren ungünstigenTerrain an. Dieser, welcher eben über die Aube hattezurückgehen wollen, warf sich muthig auf den Feind, in-dem er eine Stellung auf den Höhen von Valmy nahm.Die Preußen standen zwischen der französischen Armee undParis, 8 o,oon Mann stark. Um Mittag verschwand derdichte Nebel, welcher beide Lager eingehüllt hatte. Sogleichbegann ein lebhaftes Kanonenfeuer, die Preußen stürzten inKolonnen gegen die Höhen, um die Franzosen zu vertreiben;Kellermann, nachdem er seine Soldaten ebenfalls in Kolon-nen geordnet hatte, hielt die kurze Anrede an sie: „Kame-raden, der Augenblick des Sieges ist gekommen; laßtden Feind anrücken, ohne einen Schuß zu thun, und cm-