Hätte die absolute Demokratie, welche während der Dauerdes Konvents herrschte, eine von den früheren Machthabernmenschlich herangebildete Menge getroffen, so würde sie nichtjedem Argwohn, jeder Leidenschaft, jedem Verführer, und inFolge davon jeder Grausamkeit zugänglich gewesen seyn. DieFurcht, das Errungene wieder zu verlieren, war der unglück-liche Affekt, der dem Schrecken und der Guillotine dieHerrschaft übertrug. Dazu kam noch, daß außer den offenenund geheimen Feinden der neuen Freiheit, viele ihrer aufge-klärten Freunde die Zeichen der Zeit nicht verstanden, undstatt die Revolution in ihren Riesenschritten zu leiten, die-selbe anklagten und ibr in die Speichen fielen; was Wun-der, wenn sie zermalmt wurden? Sie war in Gefahr; ihreKräfte mußten weise benützt, nicht gehemmt werden. Wennein Mittelsmann zwischen zwei Streitende tritt und demEinen die Arme hält, während der Andere schlägt, wird derGehemmte nicht den Vermittler, und wäre er sonst einFreund, als neuen Feind von sich schütteln, weil er ihn den Strei-chen aussetzt? Dieß ist das getreue Bild der. Parteikämpfeunter den Freiheitsmännern selbst. — Bevor wir jedoch dieErzählung der Begebenheiten beginnen, mag eine kurze Schil-derung des Standes der Dinge, des öffentlichen Geistes, derParteien und der zu lösenden Aufgabe an ihrem Platze seyn.Die meisten Historiker dieser Epoche haben das Hauptinter-esse auf die Gegcnrevolutionäre zu lenken gewußt: wir wer-den da verweilen, wo Energie, Treue, Redlichkeit und Liebezum Volke ist, alles Schwache, Zweideutige, Bestechliche undSelbstsüchtige seinem unglücklichen Schicksale überlassend. Diek»lte Theorie des Schreckens ist unserem Herzen fremd, aberder Verstand sieht für jene Lage der Nation keinen an-dern Ausweg.
„DerKonvent war ein permanentesAufstands-Comite gegen die Könige von Europa und dieVerräther im Innern." Dieser Ausspruch charakterisierganz die vorliegende Periode. Damit das Volk diesem ge-