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Zweiter Band.
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ein Fremder, ein Kriegsgefangener/' St. Just schloß: „Die-selben Männer, welche Ludwig richten sollen, haben eineRepublik zu gründen: aber solche, die mit der gerechtenZüchtigung eines Königs so besonders wichtig thun, werdennie eine Republik gründen. Bürger! wenn das römischeVolk nach sechs Jahrhunderten der Tugend und des Königs-hasses: wenn Großbrittannien, nach dem Tode Cromwell's,trotz seiner Thatkraft, die Könige wieder emporkommen sah,— was müssen dann bei uns nicht die guten Bürger, dieFreunde der Freiheit befürchten, wenn sie das Beil in eurenHänden zittern, und eine Nation gleich am ersten Tage ih-rer Freiheit das Andenken ihrer Fesseln achten sehen?"

Diese Ansicht jedoch, obgleich die konsequenteste und auf-richtigste, blieb in bedeutender Minderheit bei dem Konvent.Die Freunde Ludwigs machten einen weiteren Versuch, ihnzu retten, indem sie behaupteten, dieselben Männer könnennicht zugleich Ankläger und Richter scpn. Aber wer solltedas Verbrechen gegen eine Nation bestrafen, als die Nation?Alsdann appellirten sie an den Edelmuts) der Republikaner,führten das Beispiel Roms an, welches die Tarquinier auchblos verbannt hätte; in politischer Beziehung endlich riethensie, man solle die neutralen Mächte Europa's durch einenblutigen Schritt nicht ebenfalls aufreizen, sondern einen Wegzum Frieden offen behalten.

Aber alle Anstrengungen zu Gunsten des gefangenenMonarchen scheiterten an der Uebereinstimmung der Giron-disten und Bergmänner in dem Hauptpunkte, daß Ludwiggerichtet werden könne und solle; mit welchen Formen, dar-auf kam es vorerst nicht an; es handelte sich um das Prin-cip der Verantwortlichkeit oder Unverletzlichkeit. Die Giron-disten mochten allerdings nach Beendigung der Untersuchungund des Gerichts die Absicht haben, dem Verurtheilten we-nigstens das Leben zu retten; diese Hoffnung war jedoch,