Band 
Zweiter Band.
Seite
288
JPEG-Download
 

288

Somit werden alle Parteigänger der Tyrannei noch auf denBeistand ihrer Bundesgenossen hoffen, und die Armeen desAuslands die Frechheit des Tribunals ermuthigen können,das über die Zukunft Ludwigs einen Spruch thun soll, wäh-rend ihr Gold seine Treue in Versuchung führen wird. Gernewill ich noch glauben, daß die Republik kein leerer Namenist, womit man uns spielen läßt. Aber welche anderenMittel könnte man anwenden, wenn man das Königthumherstellen wollte.

„Gerechter Himmel! Alle die wilden Horden des Despo-tismus rüsten sich, von Neuem den Busen unseres Vater-lands im Namen Ludwigs XVl. zu zerreißen? Ludwig be-kämpft uns noch aus dem Winkel seines Gefängnisses) undman zweifelt, ob er schuldig ist; da man ihn als offenenFeind behandeln dürfte, fragt man, welches die Gesetze sind,die ihn verdammen? Man beruft sich zu seinen Gunstenauf die Verfassung. Ich werde mich wohl hüten, hier alledie unerwiederten Beweisgründe zu wiederholen, welche vondenjenigen entwickelt wurden, die diese Art Cinwurf einerBestreitung gewürdigt haben. Ich werde nur noch ein Wortzu den Unüberzeugten sprechen. Die Verfassung verbot euchAlles, was ihr gethan habt. Wenn Ludwig nur mit derAbsetzung bestraft werden konnte, so konntet ihr sie nichtaussprechen, ohne seinen Proceß eingeleitet zu haben. Ihrhattet nicht das Recht, ihn gefangen zu halten; er dagegenhat es, seine Loslaffung, nebst Schadenersatz und Interessenzu verlangen. Die Verfassung verurtheilt euch; geht, werfteuch zu den Füßen Ludwigs, seine Gnade anzurufen. Ichmeines Theils müßte erröthen, wenn ich diese konstitutionel-len Spitzfindigkeiten ernsthaft erwägen wollte. Ich verweisesie auf die Bänke der Schule oder der Gerichtsstube, odervielmehr in die Kabinette von London, Wien und Berlin.Ich weiß nicht lange zu erwägen, da, wo ich überzeugt bin,daß die Berathung Schande ist.

„Das ist eine große Sache, hat man gesagt, die mit weiser