Band 
Zweiter Band.
Seite
287
JPEG-Download
 

287

O Frkvtl! o Schande! die Rednerbühne des französischen- Volks hat von dem Lob Ludwigs XVI. wiederhallt. Wirhaben die Tugenden und Wohlthaten des Tyrannen preisengehört. Kaum haben wir der Ungerechtigkeit einer schonerwähnten Entscheidung (zu Gunsten Ludwigs) die Ehre oderFreiheit der besten Bürger zu entreißen vermocht; nochmehr! mit schamloser Freude haben wir die gehässigstenSchmähungen gegen die durch ihren Freiheitseifer bekanntenVolksvertreter aufnehmen sehen! Wir haben gesehen, wie, eine Anzahl der Mitglieder dieser Versammlung von ihren^ Collegen, kaum denuncirt, auch Preis gegeben wurde durchdie Thorheit, mit der Verkehrtheit im Bund "): die Sachedes Tyrannen allein ist so heilig, daß sie weder lang nochfrei genug erörtert werden kann! und warum darüber er-staunen? Diese doppelte Erscheinung entspringt aus dersel-ben Quelle. Solche Leute, die sich für Ludwig und Seines-gleichen verwenden, müssen nach dem Blute derjenigen Volks-vertreter dürsten, welche zum zweiten Mal seine Bestrafungverlangen; sie können nur denjenigen Gnade angedeihen las-sen, welche sich zu seinen Gunsten erweicht haben. DerAnschlag, das Volk zu unterjochen, indem man seine Ver-theidiger erwürgt, — wurde er auch nur einen Augenblickaufgegeben? und müssen alle jene Diebe, von welchen sieheute als Aufwiegler und Umkehrer proscribirt werden, nichtselbst die Wirren erregen, welche uns ihr treuloses Systemvoraus verkündet? Wenn wir ihnen glauben, so wird derProceß zum mindesten mehrere Monate dauern: er wird denZeitpunkt des nächsten Frühlings abwarten, wo die Despoteneinen allgemeinen Angriff gegen uns ausführen werden. Undwelche Laufbahn öffnet sich dann nicht den Verschwörern! WelcheNahrung wird den Ränken und der Aristokratie gewährt!

*) Kann sich nur auf die Anklagen wegen der Septembermorde, Aufrei-zungen, Diktaturbestrebungen rc. beziehen, in welche einige Konvents,depulirre, namentlich Nobespierre selbst und Marat, verwickelt wurden.Wir erzählten jedoch bereits ihre Freisprechung.