Band 
Zweiter Band.
Seite
290
JPEG-Download
 

That, die Nachwelt wird erstaunen über euren Wankelmuthund Schwachsinn; und unsere Nachkommen werden zugleichüber den Dünkel und die Vorurtheile ihrer Vater lachen.Man hat geäußert, es gehöre Geist dazu, diese Frage zuergründen; ich behaupte, es gehört nur guter Wille dazu;es handelt sich viel weniger darum, sich aufzuklären, alssich nicht freiwillig zu verblenden. Warum scheint uns daseine Mal dunkel, was uns das andere Mal klar schien?Warum verwandelt sich das, was der richtige Sinn desVolks leicht entscheidet, für die Männer seiner Wahl in einefast unlösbare Aufgabe? Sind wir berechtigt, einen Willenfür das Ganze zu haben, wenn unsere Weisheit von derallgemeinen Vernunft verschieden ist?

,-Jch habe die Vertheidiger der Unverlehlichkeit einen kühnenGrundsatz aufstellen hören, den ich selbst beinahe Bedenkengetragen hätte, auszusprechen. Sie haben gesagt: diejenigen,welche am in. August Ludwig XVI. geopfert hätten, würdeneine tugendhafte Handlung begangen haben. Die einzigenGrundlagen dieser Meinung können aber nur die VerbrechenLudwigs XVI. und die Rechte des Volks seyn. Nun denn,haben nach einem Zwischenraum von drei Monden seine Ver-brechen oder die Volksrechte sich verändert? Wenn manihn damals der öffentlichen Entrüstung entzog, so geschayes ohne Zweifel einzig, damit seine Bestrafung, förmlichangeordnet durch den Nationalkonvent im Namen der Nation,einen desto ergreifenderen Eindruck auf die Feinde der Mensch-heit mache; aber es wieder in Frage stellen, ob er schuldigist, oder gestraft werden kann, heißt, seinen dem französischenVolke geleisteten Eid brechen. Vielleicht gibt es Leute, die,— sey's, um die Versammlung zu verhindern, daß sie einenihrer selbst würdigen Charakter annehme: sey's, um denNationen einen Vorgang zu entraffen, der die Geister aufdie Höhe der republikanischen Grundsätze erhübe: sey's ausnoch schimpflicheren Beweggründen, — nicht ausgebracht