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Zweiter Band.
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zu seyn. Aber ein Volk, dem man nach so vielen Opfernund Kämpfen seine Freiheit noch bestreiket; ein Volk, beidem die Gesetze nur noch gegen die Unglücklichen unerbittlichsind; ein Volk, bei dem die Verbrechen der Tyrannei nochGegenstände einer Streitfrage werden, muß verlangen, daßman es räche; und die Großmuth, womit man uns kirrt,gliche allzusehr der Großmuth einer Räubergesellschaft, welchedie Beute unter sich theilen.

„Mein Vorschlag ist, augenblicklich über das Schicksal Lud-wigs zu beschließen. Was seine Frau betrifft, so werdet ihrsie den Gerichtshöfen zuweisen, ganz wie die übrigen Perso-nen, die gleicher Attentate angeklagt sind. Sein Sohn sollim Temple bewacht werden, bis der Frieden und die öffent-liche Freiheit befestigt sind. Ihn selbst anlangend, verlangtich, daß der Convent „ihn erkläre, augenblicklich, alsWerräther an der französischen Nation, und alsVerbrecher gegen die Menschheit;" ich verlange,daß er der Welt ein großes Beispiel gebe, und zwar andemselben Ort, wo am 10. August die edlen Märtyrer derFreiheit gestorben sind. Ich verlange, daß dieses merkwürdigeEreigniß gefeiert werden soll durch ein Denkmal, das dieBestimmung hat, in dem Herzen der Völker das Gefühl ih-rer Rechte und den Abscheu vor Tyrannen zu nähren: inder Seele der Tyrannen aber den heilsamen Schrecken vorder Volksgerechtigkeit."

So sprach Robespierre, die Grundsätze unumwunden auf-stellend, die er später zur Zeit seiner Allmacht verwirklichthat; er führte den Ostracismus der eifersüchtigen Freiheitein, dem er selbst unterliegen mußte.

Indessen war es dem Erfolge nach gleichgültig, ob Ludwigsogleich, kraft des Aufstandes, hingerichtet wurde, oder obman dieß nach Beobachtung der Proceßformen that. Jeden-falls, auch wenn die Jakobiner durchdrängen, hätte man doch