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jetzigen Richtern geführt wissen; sie zollt ihm, als Menschen,ihr Mitleiden, ohne ihn, als König, rechtfertigen zu können.Nur vier volle Nächte hakte Desüze, um seine Vertheidigungs-rede auszuarbeiten, während die Tag? mit Untersuchung derAktenstücke und Berathungen mit seinen Collegen verstrichen.
Am 26 . December erschien Ludwig zum zweiten Malvor den Schranken des Convrnts, begleitet von seinen dreiAnwälten. Das tiefste Schweigen herrschte in der Ver-sammlung und auf den Gallerien. Desdze sprach drei Stun-den. Er erschöpfte die gewöhnlichen Rechtfertigungsgründe,welche die constitutitionelle Unverantwortlichkeit deS Königsihm an die Hand gab. Seine Rede gilt als Meisterstückrechtlicher Ausführung; aber man tadelt an ihr eine juridi-sche Trockenheit, die das Gemüth der Hörer kalt ließ. Nurder Schluß ist auf einen für Franzosen so wesentlichen Ef-fekt berechnet. Er lautet:
„Auf ihn (Ludwig XVl.) soll und darf sie wahrhaftignicht fallen, die Schuld des vergossenen Blutes, auf ihn, deran dem lange vorbereiteten 10 . August unmöglich der an-greifende Theil seyn konnte?! Wider ihn soll es umRache schreien, der gerade darum sich der Nationalver-sammlung übergab, um alles Blutvergießen zu hindern;wider ihn, der in seinem ganzen Leben keinen Blutbefehlgab? der am 6. October 1789 seiner Leibwache verbot, ihnauch nur zu vertheidigen? der zu VarenneS allen Widerstandverbot und sich lieber gefangen fortschleppen ließ? Widerihn, der am 20 . Juni 1792 allen Beistand ausschlug, und,mitten unter einem aufgeregten Volke, wehrlos und alleinda stand? Wider ihn, der sich wohl bewußt, nicht die Ur-sache jener Trauerscenen gewesen zu seyn, darob in den Tod
"1 ES ist merkwürdig, daß an demselben Tag, wo Ludwigs XVl, Schicksalentschieden wurde, Napoleon Bvnaparte nebst seiner Familie, von deinenglisch,gesinnten Paoli and Eorsica vertrieben, den französischen Budenwieder betrat. AIS er, ein armer Verbannter, anS Land stieg: werhätte ihm prophezeit, daß er in sieben Jahre» die Stelle des Gerichtete»einnehmen würde?