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betrübt war, den zufälligen Anlaß gegeben zu haben, undauf ihn könnte die Schuld gewälzt werden, und die Rache?
„Franzosen! Jene Größe und jener Edelmuth, die Haupt-züge und das innerste Wesen eures Nationalcharakters, wosind sie, woran soll ich sie wieder erkennen? Doch nichtdaran, daß ihr eure Macht erproben wollt, indem ihr denje-nigen vernichtet, der sich mit muthigem Vertrauen den Stell-vertretern des Volkes in die Arme warf? Könntet ihr dieheiligen Rechte eines Zufluchtsortes mit Füßen treten? deräußerste Grad des Leidens ließe euch unbewegt? Ein gefal-lener König, dünkt er euch nicht unglücklich genug, um nochUnglück auf Unglück zu häufen? — Franzosen! die Revolu-tion hat große Tugenden in euch entwickelt, aber hütet euch,daß sie die Stimme der Menschlichkeit in euch nicht austilge,denn was wäre Tugend ohne Menschlichkeit?
„Höret, Bürger, Stellvertreter des französischen Volkes,was die Geschichte der Nachwelt zurufen wird: Im zwan-zigsten Lebensjahre bestieg Ludwig den Thron. In solcherJugend, an diesem Hofe, war er ein Muster der Reinheitan Gemüth und Sitte, von strafbarer Schwäche frei, undfrei von verderblichen Leidenschaften, strenge gegen sich selbst,haushälterisch, gerecht, der thätigste Volksfreund. — Drük-kende Auflagen hat er abgestellt, die peinliche Gerichtspflegehat er verbessert, das Loos der Angeklagten hat er gemildert,die Leibeigenschaft auf seinen Krongütern der Erste aufgeho-ben, Tausenden das Bürgerrecht gegeben, die ein hartes Ge-setz davon ausschloß. Das Volk wünschte Freiheit, Ludwiggab sie ihm. Er kam ihm mit Aufopferungen zuvor. Den-noch war es im Namen dieses Volkes, daß man — Bürger,ich vollende nicht. Ich stehe still vor der Geschichte.Bedenket, daß sie euer Gericht richten wird, und ihr Urtheilwird das der Jahrhunderte seyn!"
Kaum hatte Ludwig den Saal verlassen, als eine heftigeErörterung über die Frage entstand» ob der Proceß fortzu-setzen, oder ohne Verzug ein Richterspruch zu geben sey?