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Zweiter Band.
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hingerichtet werde. Um Mitternacht wurde die Sitzunggeschlossen. Also hatte die Bergpartei den Sieg über dieunentschlossene Gironde davon getragen. Die Brücke zwischender Republik und den Anhängern des Königthums von außenund innen war abgebrochen. Einige Deputirte gaben ihreEntlassung. Gesonnv mit den Girondisten schien den altenProceß gegen die Septembrissrer wieder verfolgen zu wollen.Ein Conventsmitglied, Lepelletier St. Fargeau, derfür den Tod gestimmt hatte, wurde durch einen Leibgardistenermordet.

Malesherbes übernahm die traurige Pflicht, dem Königeanzuzeigen, daß alle Anstrengungen der Vertheidiger frucht-los gewesen seyen. Dieser antwortete: ,,Jch war daraufgefaßt: ich hätte meinen letzten Brief an die Repräsentantender Nation nicht geschrieben, wäre ich nicht überzeugt gewe-sen, daß er dem Volke nützlicher sey» könnte, als mir. Dader Cvnvent meine Bitte nicht berücksichtigen zu müssen ge-glaubt hat: so bin ich bereit, mein Schicksal zu erleiden.Möge das Opfer meines Lebens das Wohl des Volks begrün-den! Der Gedanke an den Schmerz meiner Familie, wennsie meine Verurtheilung erfährt, betrübt mich; zwar meineSchwester wird in ihrer großartigen Ergebung einen Trostfinden; aber ich fürchte den heftigen Charakter der Königin;diese Nachricht ist im Stande, sie zu tödten; und meinearmen Kinder." Als er die Verzweiflung von Males-

herbes sah, sprach er von etwas Anderem und suchte ihnzu trösten.

Der VvllziehUngsraih kam den 20. Januar Nachmittags2 Uhr in das Temple-Gefängniß, um Ludwig das Todesur-theil anzukündigen. Kaum hatte es der König gehört, alser dem Justizminister ein Schreiben übergab, worin er umdrei Tage Vorbereitung auf den Tod, um freien Zutritt zuseiner Familie, und um einen Priester seiner eigenen Wahlnachsuchte; endlich empfahl er der Wohlthätigkeit det Nation

alle seine Diener. Um 6 Uhr Abends kam der Justizminister

SO