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Zweiter Band.
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zurück und überbrachte ihm die Willensmei'nung des Convents:„Daß es Ludwig frei gestellt sey, einen Priester zu berufen,der idm tauglich scheine, und seine Familie ungehindert undohne Zeugen zu sehen; daß die Nation, immer groß undgerecht, sich des Looses seiner Familie annehmen werde; daßden Gläubigern seines Hauses billige Schadloshaltung zuer-kannt werden solle, und die Versammlung in Betreff desAufschubs zur Tagesordnung übergegangen sey." Letzteresmochte hart scheinen, aber die Bitte kam erst nach demBeschluß, daß Ludwig unverzüglich hingerichtet werden müsse;indessen wußte er seine Verurtheilung schon seit zwei Tagen.Zum Beichtvater wählte Ludwig Edgeworth von Fir-mont, einen unbeeidigten Priester. Er schloß sich zweiStunden mit demselben ein. Um 8 Uhr begab er sich zuseiner Familie. Der Auftritt war sehr schmerzlich; dochgelang es ihm, sie einigermaßen zu beruhigen. Er trenntesich von ihr mit der Hoffnung auf einen Abschied, den er ausZartgefühl nicht mehr nahm. Mitternachts legte er sich zu Betteund schlief tief. Morgens 5 Ul,r erhob er sich, und Edge-worth feierte die Messe; der König hörte sie knieend, mitgrößter Sammlung.

In der Hauptstadt wirbelte die Trommel. Der Convent,der Gemeinderath, der Vollziehungsrath und die Jakobinerhielten Sitzung. Um 8 Uhr begab sich Santerre, derCommandant der Nationalgarde, in das Louvre; um 9 trater in die Zimmer des Königs, von 8 Municipaldeamten und12 Gendarmen begleitet. „Ihr kommt, mich abzuholen,"sagte der König zu ihm. — „Ja!" — „Es ist genug, ichbitte um einen Augenblick, dann bin ich euer." Alsbaldging er in sein Kobinet, und sich vor dem Abt Edgeworthauf die Kniee werfend, sprach er: „Alles ist vollbracht, gebtmir Euren letzten Segen, und bittet Gott, daß er michaufrecht halte, bis zum Ende." Nach diesem ging er hin-aus, begleitet von der Wache, die ihn abzuholen gekommenwar. Ein ordentlicher Wagen erwartete ihn in dem zweiten