Band 
Zweiter Band.
Seite
322
JPEG-Download
 

32S

samwlungen kielt, ohne die Citadelle schnell genug einzuneh-men; der thätigere Miranda kam an seine Stelle.

Die Operationen einer Mangel leidenden Armee könnennicht so schnell seyn, als man in entfernten BerathungS-sülen verlangt. Neben anderen mißlichen Umständen wares hauptsächlich der Mangel an Kriegserfordernissen, anZufuhr und Verstärkung, warum Dumouriez nur bis Aachen,nicht bis an den Rhein vorrücken konnte, Es fehlte anKleidern, die Pferde starben Hungers, und was das Schlimmste,ein Theil der Armee, die Freiwilligen, welche auf denRuf, das Vaterland sey in Gefahr, herbeigeströmt waren,verließen unter solchen Bedrängnissen das Heer, welches umein Drittel geschmälert wurde. Die Aushebung in denNiederlanden aber ging nicht recht vorwärts, denn nur inLüttich, nicht zugleich in Brabant und Flandern, war manjakobinisch gesinnt. Jetzt schickte der Cvnvent, um die gegen-seitigen Klagen und zugleich das Betragen des Feldherrn zuuntersuchen und zu beobachten, vier seiner Mitglieder alsCommissäre in das Lager, Danton unter ihnen.

Daß die Armee von Deutschland unter Custine schnelleFortschritte gemacht hatte, sahen wir bereits; dennoch'warendie Erfolge von dieser Seite mehr Schein, als wirklicheVortheile. Sobald die Preußen Custine ernstlich drängten,mußte er weichen; und was er Kellermann zum Vorwurfmachte, daß er Koblenz nicht nahm, hätte er selber ausführensollen, statt nach Beute umherzustreifen. Kellermann wurdedurch Beurnonville ersetzt, der den gemessenen Auftrag er«hielt, in so später Jahreszeit Trier zu nehmen. Gegenseine strategische Ueberzeugung that er seine Schuldigkeit,und griff den Feind bei Pellingen an, wurde aber vom8. bis 16 . December fortwährend geschlagen, und mußte nachLothringen zurückzuweichen.

Montesquieu, siegreich in Italien, der auch die