42V
dere, geheimnißvoll und staatsklug, für die Freiheit und Ord-nung bei unwichtigen 'Anlassen scheinbar bestrebt, mit vielerFeinheit die Freiheit der Freiheit entgegenstellend, künstlichden Schwung der Berathungen dämpfend, Trägheit mitOrdnung und Frieden, republikanischen Geist mit Anarchieverwechselnd, erfolgreich einen entstellenden Charakter Allemdemjenigen aufdrückend, was ihren Zwecken ungelegen war,mit dem Volk und der Freiheit laufend, um beide nach ihrenbesondern Absichten hinzulenken, und die Geister mittelst desElends und Schreckens dieser Zeiten zur Monarchie zurück-führend." Der Redner kommt nun auf das Betragen ein-zelner Girondistenhäupter, namentlich Brissot'S und Buzvt's,welche durch ihre Zweideutigkeit und wechselnde Politik ih-ren Anhang verleitet, und gerade durch ihr Geschrei überAnarchie und Gesetzlichkeit dieselbe erzeugt hätten. — „Die-jenige," fährt er fort, „welche in Revolutionen eine provi-sorische und anarchische Regierung fest gründen wollen, be-reiten heimlich die Rückkehr zur Tyrannei, denn da sichdiese provisorische Regierung nur durch Verderbung des Volksund nicht durch harmonische Einheit halten kann, so wirdder gesellschaftliche Körper zuletzt geknechtet; es gibt kein öf-fentliches Interesse mehr, und das Bedürfniß der Ruhe machtam Ende die Sklaverei erträglich. Bald halten es alle Lastermit dieser Partei; der Arme kämpft eine zeitlang; aber da esihm oft an Ausdauer fehlt, und die Hitze ihn Fehler begehenläßt, so ist er bald vernichtet. Man werfe einen Blick aufdie Geschichte Frankreichs! Alle Laster haben sich gesuchtund vereinigt; der Arme ist allein gelassen worden, bedecktmit der Häßlichkeit des Mangels und der Tugend.... DieEhrenbezeugungen und das blinde Vertrauen, womit die Be-hörden einander schmeicheln, sind eine Tyrannei, kein Indivi-duum darf euch gegenüber tugendhaft oder berühmt seyn wol-len; ein freies Volk und eine Nationalversammlung sind nichtda, um Jemand zu bewundern; die Revolution hatte ein Pa-triciat berühmter Namen geschaffen: dieses Ansehen der Per-