478
Kriegsgesetze n gegen erstürmte Städte behan-delt werden. Dieses Manifest entrüstete die Behörden,welche einfach erwiederten: „Die Nation unterhandeltnicht mit den Rebellen." Alle Maaßregeln zu einerkräftigen Vertheidigung murren getroffen: breite Gräben ge-graben, die Loirebrücke in der Vorstadt Saint-Jacques abge-brochen, und von dieser Seite die Stadt unangreifbar ge-macht; man errichtete starke Batterien auf den schwächstenPunkten. Die Haltung der bürgerlichen und militärischenBehörden imponirte den Uebelgcsinnten, vereitelte den Erfolggeheimer Ränke, der Einverständnisse, welche d'Elbüe in derStadt zu haben sich rühmte. Nantes ging plötzlich von deräußersten Furcht zur Haltung einer großen Stadt über,welche sich gegen den Aufruhr erhebt.
Der General Beyffer befehligte im zweiten Rang unterCanclaur, Bonvoust leitete die Artillerie. Am 29. eröffnetendie Vendüer, nach der stolzen Antwort der Nanteser Behör-den, ihren Angriff; eine der Vorstädte wurde mit dem Ba-jonnette genommen und verloren; auf einem andern Punktewurde die Legion von Nantes, welche ein Thor deckte, indie Stadt zurückgeworfen. Der heftige Cathvlineau befehligte20,000 Mann, an der Spitze derer von Saint-Flvrent undJallais, mit welchen er seinen Aufstand begonnen hatte; erbemächtigte sich im Sturmschritt der Batterie des Thoresvon Bannes, jagte die logte Abtheilung, welche es verthei-digte, vor sich her, und trieb sie von Straße zu Straße bisauf den Waffenplatz; ermuthigt durch die Erfolge ihres Ge-neralissimus machten die andern Führer neue Anstrengungen,und warfen Alles, was ihnen im Weg stand, nieder. Aberim Augenblick, wo die Stadt genommen werden sollte, wardCarhelineau schwer verwundet. Bei dieser Nachricht stießenseine Soldaten Verzweiflungsrufe aus, und zogen sich inUnordnung zurück; umsonst gaben ihre Führer das Beispielgrößter Verwegenheit, indem sie sich mitten in die feindlichen