Diese günstige Weissagung versetzte uns wieder in guteLaune, der Marseiller zahlte uns gutes Muths einige Fla-schen Champagner, welche alle Sorgen und Unruhen völligzerstreuten. Wir gingen um 2 Uhr Morgens zu Bette, in-dem wir eine Zusammenkunft keim morgenden Frühstückverabredeten, wo der Marseiller noch viele Zweifel vorzutra-gen, und ich ihm noch viele interessante Wahrheiten mit-zutheilen hatte.
Dieß ist das Abendessen zu Beaucaire, aus welchem manNapoleon so viele Inkonsequenzen seiner späteren Handlungs-weise mit früheren Ansichten nachweisen wollte. Wir moch-ten auf das Gespräch überhaupt keinen besonderen Werthlegen, denn ausser dem militärischen Scharfblick, welchenman darin erkennt, hat weder die Form etwas Ausgezeich-netes, noch die politischen Gedanken etwas Geniales. Unddas mag der Grund seyn, warum Napoleon nach dem An-tritt des Consulat's ein so unbedeutendes Produkt zu un-terdrücken suchte. (Bourienne sagt, er habe es unter derHand aufkaufen lassen); dagegen findet sich durchaus Nichtsdarin, was man Widerspruch mit seinen Grundsätzen nennenkönnte. Nirgends spricht er dem Terrorismus und der Grau-samkeit das Wort; er schaudert über begangene Frevel, erkann sie nicht einmal glauben. Sogar läßt er die Fragedahingestellt: ob die Girondisten oder Bergmänner in denparlamentarischen Kämpfen Recht hatten? Aber er verab-scheut — und das that er bis auf die letzte Stunde seinesLebens — die Verbindung einer französischen Partei mitden auswärtigen Feinden des Landes, um mittelst derselbenüber innere Gegner zu triumphiren; er erklärt sich gegendie Reaktion und Wiederherstellung der Bourbons, undhier redet er allerdings als Republikaner; aber wie sollteer anders? Schwerlich würde er die Republik einem Andernausgeliefert haben, als sich selbst; er hatte sicherlich keine