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brachte ein Courier von Genua die Nachricht von dem sieg-reichen Einzüge Napoleons in Grenodle und Lyon; derKönig verhehlte nun seine Gefühle nicht länger und erklärtelaut, er wolle Italien insurgiren. „Der Kaiser," sagte er,„wird kein Hinderniß finden, die ganze französische Nationwird unter seine Fahnen fliegen; wenn ich zögere, mich anden Po zu begeben, wenn ich die Mitte des Zuli abwarte,werden die französischen Armeen das Königreich Italien wie-der hergestellt haben und im Besitz der eisernen Krone seyn;an mir ist es, die Unabhängigkeit von Italien zu verkündi-gen." Umsonst warfen sich der Abgesandte des Kaisers unddie Königin dem König zu Füßen, um ihm das Gefährlicheund Tollkühne dieses Unternehmens bemcrklich zu machen.Nichts konnte ihm die Augen öffnen. Er reiste nach Ancona.Am 22. Merz bei seiner Armee angekommen, nahm er sichnicht einmal Zeit, die Nachricht von dem Einzüge des Kaiser-in Paris abzuwarten: er ging über den Rubicon, durchzogdie Romagna und überschwemmte das Gebiet des heiligenStuhls und Toscana mit seinen Truppen. Der Pabst flüch-tete nach Genua, der Großherzog nach Livorno; in Bolognaangekommen, rief der König von Neapel dir Bewohner deSKönigreichs Italien zum Aufstand; aber sie fragten, warumer ihnen Nichts von Napoleon sage, ihrem rechtmäßigenKönig; ohne seinen Befehl können sie keine Bewegungausführen; es scheine ihnen überdieß unklug, zu handeln,ehe die französischen Truppen an den Alpen angekommenseyen; jedenfalls fehle es ihnen an Flinten; die Pro-vinz Bologna verlangte allein 4v,ooo; die neapolitanischeArtillerie hatte keine einzige. Einige Tage nachher ging dieöstreichische Armee, welche sich auf dem linken Ufer des Poconcentrirt hatte, über diesen Fluß, schlug die neapolitanischeund zog am 12. Mai in Neapel ein. Der König konnte sichnicht einmal für seine Person in den festen Platz Gaste wer-fen, er schiffte sich auf einem Kauffahrteischiff ein und lan-dete in der Provence, wo er verweilte, um seine Familie zu