S63
aller Classen eine wirkliche Kraft, zu der die künstlichenQuellen der Gewalt Nichts beifügen können u. s. w."
Zu gleicher Zeit proclamirte der Staatsrath: „Die Sou-veränetät ruhe in dem Volke, als der einzigen Quelle dergesetzmäßigen Gewalt." Man kündigte den Entwurf zu einerneuen Constitution an, die der kaiserlichen Gewalt Schrankensetzen sollte. Ein Comite beschäftigte sich damit im Staats-rathe, auch Benjamin Constant arbeitete daran.
Die Hauptsache war, eine Armee zu haben; auch hatteein Dekret vom 28. Merz alle Die unter die Fahnen gerufen,welche dieselben aus irgend einem Grunde verlassen hatten;die Militärs, welche zur Garde gehört hatten, sollten sichnach ^aris begeben, die übrigen bei ihren Corps eintressen.Sechs Regimenter Schützen und sechs Regimenter Voltigeurssollten von dem Gencrallieutenant Drouot organisirt undin die Garde eingetheilt werden. Zn der Linie sollten diezwei ersten Bataillone auf der Stelle durch das dritte voll-zählig gemacht werden, und dieses hinwiederum durch dieeinberufenen Leute. Die Cadres eines vierten und einesfünften Bataillons sollten durch die Rekruten, die ankommenmußten, ausgefüllt werden; die Cavallcrie erhielt ebenfallsden Cadre zu einer fünften Schwadron, und alle .Offiziere,die in Folge dieser Anordnungen nicht verwendet waren,sollten einstweilen mit dem Sold als activ zu Hause bleiben.
Hätten die Bourbonen bei den fremden Fürsten nichtmehr Unterstützung gefunden, als sie in Frankreich fanden,so wäre alle diese Kraftanstrengung nicht nöthig gewesen.Auf die erste Nachricht von der Ankunft Napoleon's ver-läßt der Herzog von AngoulSme Bordeaux, wo die Her-zogin zurückbleibt, und eilt nach Toulouse, um ein Heer zu-sammen zu bringen. Er schickt eine Division nach Montaubanund begibt sich nach Montpellier und Pont Saint-Esprit,wo er über die Rhone geht. Sein Plan war, dem Kaiser inden Rücken zu kommen, sich der Städte Valence und Lyonzu bemächtigen, und ihm für den Fall, daß er vor PariS