Band 
Zehnter Band.
Seite
354
JPEG-Download
 

354

„Kein Mensch kann in diesem Augenblick so mächtig,wie Sie, dazu mitwirken, die ganze Menschheit unter einenbessern Genius und in eine bessere Lage zu bringen."

Diese schönen Phrasen hielten Wellington nicht auf,den man vielleicht insgeheim ersuchte, vor der AnkunftGrouchy's, an der man noch zweifelte, vor Paris zu er-scheinen, um die Wirkung der feierlichen an die Souveränegesendeten Botschaft zu verhindern. Würde es ohne solchedringende Aufforderungen der englische General wohl gewagthaben, den Erklärungen der verbündeten Souveräne, daß siees nur mit Napoleon zu thun haben wollen, so offenbarzuwiderzuhandeln; würde er es gewagt haben, sich mit LordCastlereagh, der so eben im vollen Parlamente ausge-sprochen hatte, daß England nur Napoleon bekriege undnicht beabsichtige, Frankreich diese oder jene Rcgierungsformzu geben, in Opposition zu setzen? Nicht nur hatte Napo-leon abgedankt, sondern trotz des Beschlusses, den die Kam-mer auf Herrn Manuels Vorschlag gefaßt hatte, befandsich nicht einmal der Name Napoleon n. auf den Actender Regierung, und ein Decret der Commission hatte am26sten Zuni ausgesprochen, daß diese Acten im Namen desfranzösischen Volkes erlassen seyen. Somit rechtfertigt Nichtsdie Bewegung Wellingtons, der, ohne Zweifel durch dieRede des Marschall Ney getäuscht, gegen die Hauptstadtvorrückte, wo er keinen Feind zu finden glaubte.

Die Stellung der Verschworuen wurde jezt verwickelt.Es war gelungen, Napoleon mit Hilfe der Kammern vomThrone zu stoßen; allein die Kammern wollten die Rückkehrder Bourbönen nicht, und der Marsch Wellington's, vondem sie glaubten, er müsse auf die erste Nachricht von derAbdankung des Kaisers mne halten, fing an, ihnen über diePlane der verbündeten Mächte Besorgnisse einzuflößen. Voneiner andern Seite war Herr Otto, den man mit einerBotschaft an die englische Regierung beauftragt hatte, inBoulogne, wo er keinen Paß erhielt. 85,000 Mann, mit