Band 
Zehnter Band.
Seite
364
JPEG-Download
 

364

„Alles verspricht uns den Sieg, Alles verspricht unS eineRache, deren die französischen Herzen bedürfen. Wenn wirdie angemaßten Lorbeeren, welche die Stirnen Blücher'sundWellington's bedecken, in Eypressen verwandelt habenwerden, dann können wir, wenn dieß unser einziges Hülfs-mittel ist, die Bourbonen selbst aufsuchen und zurückrufen.Wir werden zu ihnen sagen: Napoleon hat uns verlassen;wir erkennen euch als unsere Souveräne an; wir verlangenvon euch nur, daß ihr die Freiheit der Franzosen und diesenationalen Farben erhaltet, die uns Jahre lang zumSiege führten; aber laßt uns die Bourbonen nicht aus denHänden des Fremdlings annehmen: sie wären bei uns nurein Denkmal unserer Schmach!"

Statt die Frage so zu stellen, discutirte man lange Zeitund ohne Treu und Glauben: man wurde hitzig; eS kam zuPersönlichkeiten, in denen sich die leitenden Motive dieserVersammlung spiegelten. Van dämme, der noch keine Con-ferenzen mit Fouche gehabt hatte, wollte sich schlagen.„Man sieht wohl, daß Sie keinen Ziegel in PariS besitzen,"sagte zu ihm ein Mensch, der eben so wenig, als die Armee,erklären konnte, warum Napoleon ihn eines Tags zumMarschall gemacht hat. „Wenn Sie welche haben," antwor-tete Vandamme, „so wissen wir, wieSie, daß Sie dieselbennur Niederträchtigkeiten verdanken." Man kann sich denken,daß gewisse Marschälle, die Napoleon während der hundertTage so oft um Anstellung gebeten und sich so sehr beklagt hatten,daß man sie nicht unter die Pairs aufgenommen, der Mei-nung des Eigenthum besitzenden Marschalls beitraten. SelbstMassen«, der ruhmvolle Vertheidiger von Genua, glaubte,man könne sich weder vertheidigen, noch kämpfen: erschöpftdurch die Krankheit, die ihn bald darauf wegraffte, hatte erbereits aufgehört zu eristircn. So siegten denn FouchösJntriken, und eine große Majorität entschied, daß kein ande-rer Weg übrig bleibe, als der der Unterhandlungen.