Band 
Zehnter Band.
Seite
401
JPEG-Download
 

401

Der Prinz Joseph, welcher ohne unser Wissen durchdie Stadt fuhr, verwickelte noch unser Abenteuer. Er wurdeangehalten, auf die Präfektur geführt, aber mit großer Ach-tung behandelt.

Wir hatten die Aussicht auf einen Platz, der von einersehr erhizten und sehr feindlich gesinnten Volksmenge bedecktwar; man überhäufte uns mit Drohungen und Beschimpfun-gen. Der Unterpräfekt kannte mich persönlich und war da-durch im Stande, bestimmte Auskunft über uns zu geben;man untersuchte unsere Wagen und hielt uns in einer Artgeheimer Haft. Um vier Uhr erhielt ich die Erlaubniß, michzu dem Prinzen zu begeben.

Auf meinem Wege nach der Präfektur wurde ich, obschonunter dem Schutz eines Unteroffiziers, von mehreren Per-sonen angehalten; einige schoben mir ins Geheim kleineBriefchen zu, andere sagten mir einige Worte ins Ohr; allestimmten darin überein, rnich zu versichern, daß wir ganzruhig seyn dürften, daß ldie guten und wahren Franzosenüber uns wachen würden.

Am Abend ließ man unS abreisen, und nun halte Allesein anderes Ansehen gewonnen. Wir verließen unsern Gast-hof unter dem lebhaftesten Zuruf der Theilnahme; Weiberaus dem Pöbel drängten sich mit Thränen herbei, faßtenunsere Hände und küßten sie. Von allen Seiten hörten wirAnerbietungen, uns zu begleiten, um einen Hinterhalt zuvermeiden, den, wie man uns sagte, in einiger Entfernungvon der Stadt die Feinde des Kaisers uns gelegt hätten.Diese auffallende Sinnesänderung rührte davon her, daßviele Landleute und eine große Anzahl Föderirter in dieStadt eingezogen waren und jezt den Ton angaben.

Dienstag, den 4. Juli.

Ankunft zu Rochefort.

In geringer Entfernung von Rochefort begegneten wirder Gendarmerie, die man, auf das Gerücht unseres Mißge-schicks, uns entgegen gesendet hatte. Wir kamen um zweix S6