Band 
Zehnter Band.
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Indessen sezten wir unsere Reise fort, und bald solltenwir außer dem Bereiche von Europa seyn. So hatte demnachder Kaiser in weniger als sechs Wochen seinen Thron abge-dankt, hatte sich den Händen der Engländer überliefert undsah sich auf einen Felsen mitten im Ocean geworfen. Znder That, Dieß ist eine nicht gewöhnliche Stufenleiter, umden Wechsel des Glücks und der Kräfte der Seele zu messen!Doch, die Geschichte wird diese drei großen Umstände mitgrößerer Unabhängigkeit, als wir, beurtheilen: sie wird sichunter einem aufgeheiterten Horizonte aussprechcn können;wir hingegen, wir haben uns in Wolken befunden.

Kaum hatte Napoleon abgedankt, als man bei demAnblick des über das Vaterland hereinbrechenden Unglücksihm aus diesem großen Opfer einen Fehler machte. So wieman seine Gefangenschaft in Plymouth erfuhr, so tadelte manihn über seine edle Seelenzröße; über Alles, sogar, daß ersich hatte nach St. Helena abführen lassen, wagte man ihmVorwürfe zu machen. So ist der Mensch! er urtheilt immerblos über DaS, was er im Augenblick vor sich sieht. Manmüßte aber an die Seite der Unglücksfälle, die eine Ent-schließung nicht verhindern konnte, alle diejenigen zu stellenwissen, welche durch einen entgegengesezten Entschluß herbei-geführt worden wären.

Napoleon hat bei seiner Abdankung alle Freunde dcSVaterlands um einen und denselben Punkt, nämlich um des-sen Rettung vereinigt! Er hat Frankreich in einem Zustandehinterlassen, daß es im Angesicht aller Nationen blos diegeheiligten Rechte und die Unabhängigkeit der Völker anzu-rufen halte; er hat den Verbündeten jeden Vorwand, unserGebiet zu verheeren oder zu zerstückeln, entzogen; er hatjeden Gedanken an seinen persönlichen Ehrgeiz zerstört; erist als Held aus einer Sache hervorgetreten, deren Messiaser bleibt. Wenn man von seinem Genie und von seinenKräften nicht den Vortheil gewonnen hat, den man vonihm, als einem Bürger, erwarten konnte, so liegt der Fehler