Buch 
Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
JPEG-Download
 

und Artzney. 8 269reibet und ſaͤubert man den Gummen mit Roſen⸗Honig/ Zwiebel⸗Safft undgebrannten Kaͤß.

12. Wider den Kopff am Halß/ nimmt man Eibiſch/ Lein⸗Saa-men/ Raute/ Wermuth und Gundel⸗Rebenein jedes ein Handvoll/ ſchuͤtteteinen Kuͤbel mit Waſſer daruͤber/ ſetzt es zum Feur/ laͤſts mit einander ſieden/damit baͤhet man den Halß/ darnach mit Lohr⸗Oel und friſchem Butter eineSalbe gemacht/ und damit geſchmieret.

20. Wann ein Pferd die Funge verletzt hat/ ſo nimmt man rothenHonig/ geſaltzen Schweinen⸗Marck/ ungeloͤſchten Kalch/ und rein geſtoſſenPfeffer/ eines ſo viel als des andern/ laͤſts miteinander kochen und ſieden/ undruͤhrt es/ biß daß es eine Salbe wird/ ſchmieret hernach den Zungen⸗Schadendes Tages zweymal damit.

21. Wider den Rotz/ ſo nimmt man Auripigment, ſo die Baurenſonſt Operment heiſſen/ und Schweffel/ wirffts auff gluͤende Kohlen/ laͤſts demPferd in die Naſen gehen; dieſes zertheilet die erfrohrne Feuchtigkeit im Hirn/und macht ſie außflieſſend.

22. Fuͤr den Huſten der Pferde/ wann derſelbige von der Lungen oderandern innerlichen fuͤrnehmen Gliedern herkommet/ ſo wird dafuͤr gehalten/daß keine beſſere Artzney dafuͤr ſehe/ als daß man dem Pferde die Naßloͤcherſchlize. Wann aber dieſes nichts helffen wolte/ kan man dem Pferd nach-folgende Bruͤhe machen/ und einſchuͤtten.

Man nimmt Fœnum Græcum und Lein ⸗Saamen jedes 1. Handvoll/Gummi/ Tragant/ Olibani/ Myrrhen/ jedes 2. Loth/ ſtoͤſts zu kleinem Pul-ver/ beutelts durch ein grobes Tuch oder reines Sieblein/ laͤſis hernach in ei-vem Waſſer ſtehen/ und darinn weichen uͤber Nacht/ zu Morgens ſchuͤttetman dem Pferd ein halb Maaß voll davonein: diß thut man eine Zeitlangnacheinander/ darzu mag man auch zu Zeiten ein Becherlein Roſen⸗Oel ſchuͤt-ten/ und ſolches biß zur voͤlligen Geneſung gebrauchen.

Nota. Man ſolle aber bey dieſer Kranckheit dem Pferd keine Ader ſchla-

gen/ nurallein/ daß man ihme Tragant. Gummi mit ſuͤſſem Oelvermiſcht ohne unterlaß eingebe.

Wann manauff dieſem Meyerhoſe obige Medicamenta nicht haben kan/ſo kan der Meyer fuͤnff gantze Eyer uͤber Nacht in ſcharffen Wein. Eſſig legen/und wann die Schale erweichet worden/ kan man ſie dem Pferd zu verſchlucken

eben.8 23. Fuͤr die Straͤnge/ wann die Zunge darvon geſchwollen/ ſo ſolleman dem Pferd die Zunge/ Mund und Schlund mit warmen Waſſer baͤhen/hernach mit Rinds Gall ſchmieren/ nachmals ſolle man eine Bruͤhe machenvon zwey Pfund Oeltruſen/ und ein bevg alten Weins/ neun at. nc-i11 ri