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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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282 Ciaſ. xxlI. Vom Feder⸗Vieh und Gefluͤgel.

8 111 2nentfliehen/ und in der Sennen, Hitze ſich bergen koͤnnen/ machen laſſen/ oderauch kleine Baͤumlein daſelbſten ſetzen/ daß ſie davon Schatten habenmöoͤgen.b 7. Im uͤbrigen weiß die Meyerin ohne das/ was ſie den Huͤnern zufreſſen geben ſolle/ nemlich Hirßen/ oder klein geſchnitten Taig 4 Kleyen mitEyer darunter gehackt und vermenget/ oder zerſtoſſene Eycheln/ Reiß⸗Huͤlſen/Heydel⸗Huͤlſen/ Habern/ Buchweitzen/ oder Broſam mit Waſſer underſten⸗Meel.

S 8. Die Magd ſolle ihnen des Morgens fruͤhe/ ſo bald ſie außgeflogenſeynd/ zu freffen geben/ damit ſie zu Hauſe bleiben/ und ſich nicht verlauffenoder auffliegen; In gleichem ſolle zu Abends bey Zeiten geſchehen/ und ſolledie Magd die Huͤner des Tags auch einmal oder zwey zuſammen locken/ daßſie dieſelbige zehlen/ und darnach ſehen koͤnne/ ob kemes daran mangele.

9. Die jengen Huͤner aber/ ſo Eyer legen wollen/ ſolle ſie abſonderlicheinſperren/ und mcht mit den andern außfliegen laſſen/ dann ſonſten verſteckenund vertragen ſie die Eyer.

10. Im Fruͤhling und Sommer darff man ihuen nicht ſo viel zu freſſengeben/ als im Herbſt/ dann umbdieſe Zeit des Herbſt mauſen ſie ſich gerne/werden davon matt undkranck/ kan man ihnen derowegen zwiſchen Martiniund Weyhenachten gnug zufreſſen geben/ und ihnen Gerſten vorwerffen.

11. Vor Weyhenachten ſelle die Meyerin den Huͤnern gnug Habernvorſchitten laſſen/ damit ſie die Kroͤpffe voll bekommen/ hernach ſolle man ihnenetwas abbrech en/ ſonſten legen ſie gar fette Eyer.

Nota. Wann man ihnen Hanff Koͤrner und Neſſel⸗Saamen zu freſſen

gibt ſolegen ſie den gantzen Winter Eyer.

IV. Was die Eyer⸗Brut und Wartung der jungen Kuͤchleinanbetrifft/ ſo hat die Hauß⸗Mutter nachſolgendes in Acht zu nehmen.

1. Die Eyer ſo man verſpeiſen will/ und dieſelbige zu verwahren.

2. Die Wahlder Eyer/ ſo man zur Bruth unterlegen ſolle/ und darzudienlich ſeyn.

1. Von den Eyern/ ſo man verſpeiſen/ auch auffheben und verwahrenwill/ hat die Meyerin zu wiſſen/ daß ſie zu denſelben einen gewiſſen Ort oderEyer Kaſten haben ſolle/ welcher mit unterſchiedlichen Schubladen oder Faͤ-chern numertert/ bezeichnet und unterſchieden ſey.

2. Es ſollen aber die Eyer/ ſo die Huͤner jedes Monats abſonderlichgeleget/ bezeichnet werden/ diß kan leichtlich mit einer Kohle/ Roͤtelſtein oderanderm geſchehen/ damit man wiſſen moͤge/ wie viel Tage ein jedes Ey deſſel-bigen Monats alt ſeye/ und dienet dieſes vornemlich mn der Hanfhaltungdarzu/ daß man wiſſen moͤge/ wie friſch ein jedes Ey zum Gebrauch ſeynmöoͤge/