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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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285 Claft XxII. Vom Feder⸗Viehe und Gefluͤgel.

daß ſie bißweilen ein Koͤrnlein mit bekommen; dann das reiniget ihnen denMagen/ damtt ſie deſtofetter werden koͤnnen.

3. Wie man die Cappen oder Capaunen ſonſten feiſt machen und maͤſtenſolle/ weiß eine jede Hauß⸗Mutter zuvor/ und iſt eine Sache/ die jedermanbekannt und gemein.

III. Wie man einen Capaun abrichten ſolle/ daß derſelbigejunge Hůͤner fuͤhre und außbruͤte/ iſt die Urſache/ wann die Meyerin gerneveel junge Huͤner ziehen/ und nicht viel Brut⸗ Hennen haben kan/ ſolle ſie dero-wegen einen kleinen Cappen oder Capaun außſuchen/ ihme alsdann an derBruſt und Bauch die Federn außrupffen/ hernach das bloͤffe mit Neſſeln ge.rieben/ ſo ſolle derſelbige hernach uͤber Eyer geſetzt die Huͤnlein außbruͤten und

üͤhren.

füh 2. Andere geben dem Cappen Brod in Wein eingeweicht zu freſſen/ mach-

chen ihn damit gantz truncken/ ſetzen ihn alsdann in einen dunckeln Ort

uͤber die Eyer; wann er nun den Rauſch auß dem Kopff hat/ ſo vermeinet

er/ die Eyer ſeyen ſein/ und bleibet daruͤber ſitzen/ biß daß ſie außgebrutet

eynd.

ſen Nota. Diß aber alles lehret die Experientz; iſt aber der Natur viel an-nehmlicher/ wann das jenige Hun/ ſo die Eyer geleget, ſelbige ſelb-ſten außbruͤtet/ und alſo die eingepflantzte Zuneigung/ Begierd undLiebe/ als ein frembdes traͤgt.

Svün.

VVÿʒÿÿℳ⏑/X4F.

IV. Von Gaͤnſen.

Was die Gaͤnſe bey einer Meyerin und guten Haußhaltung nutzen/ iſtnicht noͤthig/ davon viel Umſtaͤnde und Beſchreibens zu machen/ indeme ſel-biges gnugſam bekannt/ und der ſorgfaͤltigen Hauß⸗Mutter ohne das wiſſendiſt; Im uͤbrigen wollen wir deroſelbigen nur etwas weniges und folgendeszur Nachricht ſetzen/ als:

1. Vonder Wahl und Guͤte.

II. Von der Anzahl.

III. Von der Brut.

IV. Von der Wartung und Zucht der jungen Gaͤnſe.V. Von Speiß⸗und Wartung der Alten.

VI. Von dem Gaͤnß⸗Stall.

VII. Von der Maͤſtung.

VIII. Von Beropffung der Gaͤnſe.

IX. Von Kranckheiten.

h. Von