Clact. XXII. Vom Feder⸗Viehe und Gefluͤger 289
I. Von der Gaͤnſe Wahl und Guͤte hat die Meyerin zu viſſen/ daßman allezeit nach der Groͤſſe ſiehet; Dann groſſe Gaͤnſe/ die einen dicken/ brei-ten Leib und weiſſe edern haben/ diehat man gemeiniglich am liebſten/ nicht al-lein/ weilen die groſſe Gaͤnſe mehr Federn/ ſondern auch mehr Fleiſch und Fei-ſte/ dann die gar kleinen/ haben/ auch zieren die weiſſe Gaͤnſe dieſen Meyerhoffbeſſer/ als andere von grauen Feldern/ und ſo man eine weiſſe Ganß verlohren/kan man ſie im Felde viel eher/ ats die graue finden.
2. Die Leg⸗Gaͤnſe ſollen hangende zottichte Baͤuche faſt bis auf die Er-de/ und kurtze Fuͤſſe haben.
Nota. Etliche vermeinen/ man ſolle die Weiß und Aſchenfarb geſprengteden gantz Weiſſen vorziehen/ weilen dieſe geſunder und fruchtbarerals jene ſeyn ſollen/ ſtehet zu probiren.
3. Ein Ganſer iſt daran zu erkennen/ wann er langbeinig iſt/ auch einenſtarcken Hals hat. Item wann man ihn bey dem Kopf ergreifft/ ſo leidet erſolches nicht/ ſondern ſchreyet; diß thut die Gaͤnſin nicht.
II Anbelangend die Anzahl/ wie viel man Gaͤnſe bey dieſer Meye-rey halten ſolle/ wollen wir zwar der Meyerin keine Ordnung geben; Alein iſtingemein diß zu mercken/ daß man zu einer Zucht uͤber die dreyſſig Gaͤns nichthalten ſolle/ und hat man vor dieſem nicht mehr als zwantzig bey einer mittel-maͤſſigen Haußhaltung gehabt. Dann die groſſe und alten Gaͤnſe ropffen/beiſſen/ und beſchaͤdigen gemeiniglich die jungen Gaͤnſe/ muß man ſie derowegenvoneinander abſondern.
2. Was die Ganſer anbelanget/ ſo ſolle man zu ſechs Gaͤnſen nur einenGanſer halten/ wiewol man vor dieſem zu dreyen Gaͤnſen nur einen Ganſergehalten hat. ¹
III. Betreffend die Brut/ ſo hat die Meyerin fuͤr allen Dingen zu wiſſen/
1. Wie viel Eyer ſie unterlegen ſolle.
2. Die Zeit der Brut.—
1. Die Zahlder Eyer anbelangend/ ſo iſt zu wiſſen/ daß eine Gans/ gemei-niglich nicht weniger auf einmal dann ſieben oder neun/ am meiſten aber nichtmehr dann fuͤnffzehen ausbruͤtet/ und wird von den guten Hauß⸗Muͤttern— acht genommen/ daß die Eyer nach ungleicher Zahl untergelegetwerden.2. Man ſolle aber jederzeit der Gans eigengelegte Eyer und keine fremb-de unter legen/ iſt derowegen nothwendig/ daß man jeder Gans gelegte Eyerabſonderlich zeichne/ damit die Meyerin wiſſen koͤnne/ welche Eyer dieſer oderei-ner andern Gans zugehoͤren; dann ſonſten bruͤtet die Gans keine andere alsihre eigene Eyer aus. 8 1
Nota. Eine Gans kan von ein biß zweyhundert Sen.bges⸗ auch wann
0 man