290 Claff. XXH. Vom Feder⸗Viehe und Gefluͤgel.
man ſie nicht bruͤten laͤſſt/ ſo legt ſie dreymal im Jahr/ und iſt dieſesder Hauß⸗Mutter viel nuͤtzlicher/ wann man ſie nicht bruͤten laͤſſet/ſondern die gelegte Gaͤns⸗Eyer einer Brut⸗Henne unterleget, dieſel-bige ausbruͤten laſſet; dann die Huͤner pflegen die junge Gaͤnsleinbeſſer zu weiden/ zu ernaͤhren/ auch mit hlſetm Hauffen zu fͤhren/als d Gaͤnſe ſelbſten.
Perner ſo halten die Gaͤnſe im Legen der Eyer auch ihre Anzahl/ als etli-che legen offt zwoͤlff und auch mehr. Andere zum erſtenmal nurfuͤnff/ darnach nur vier/ und zum letztem drey. Und dieſes geſchiehetvon dem erſien Tag deß Mertzens/ biß zu dem letzten deß Brach-monats.
Es iſt auch zu wiſſen/ daß die Gaͤnſe jederzeit die Stelle oder den Ort inacht nehmen/ wo ſie das erſtemal hingeleget/ da legen ſie ſtetig hin/und bleiben auch daſelbſten druͤber ſitzen/ biß daß ſie ſolcheausbruten;derowegen ſolle die Meyerin wol Achtung darauff geben/ daß dieGans ihre Eyer in ihren eigenen Stall lege/ damit ſie eingeſchloſſenbleiben und daſelbſt legen kan.
Die Eyer ſolle man in mittelmaͤſſiger Waͤrme in Spreyer verwahren/ undan einen Ott ſtellen/ daß ſie von dem Mond nicht beſchienen werden/ſonſten verfaulen ſie.—
Welche Gans im Legen nicht viel Federn im Neſt laͤſſet/ dieſe iſt keine guteBrut. Gans/ und bringet ſelten die Jungen aus.
2. Die Zeit der Brut/ nemlich wie lang eme Gans uͤber den Eyern zu ſi-ten hat/ iſt gemeiniglich vier Wochen oder viertzig Tag/ auch wol laͤnger undküͤrtzer als vier und zwantzig Tag/ je nach deme die Zeit kalt oder warm iſt.
2. Der Mittags⸗Wind iſt zum unterlegen und ſetzen der Gaͤnſe der beſte.
IV. Was die Wartung der jungen Gaͤnſe anbetrifft/ ſo ſolle dieMtyerin die jungen Gaͤnſe nicht bald von der Mutter hinweg nehmen.
2. Solle ſie im dicken Thauoder Nebelnicht austreiben.
3. Im ſtarcken Regen oder Hagel ſolle man ſie unter Dach treiben.
4. Im naſſen Sommer gedeyen die jungen Gaͤnſe ſelten.
J. Man ſolle fleiſſig nach der jungen Gaͤnſe trincken ſehen/ daß kein Geiß-Sen darinnen/ dann ſo ſie daſſelbige eintrincken/ ſo iſt es ihnen ſchaͤd-lich.
6. Wann ſie vier Wochenalt ſeynd/ ſo wachſen ihnen die Blut⸗Fe-
dern/ dann ſolle die Meyerin ſie mitangeſeuchtem Maltz ppeiſen/ ſo gedeyen ſie
„ 7. Sie freſſen gerne kaltes Gras/ wegen ihres hitzigen Magens/arum.
wol
2. Soll