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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſt XXII. Vom Feder⸗Viehe und Gefluͤgel.

294 gee. e Wenhder Geyer undandererauberiſche Voͤgel gefaͤhrlich/ weilen er ſie weit ſehen

kan.

6. Die Gelben und Rothen ſeynd die Unfruchtbarſten.

II. Die Wartung und Speiſung der Tauben anbelangend/ ſo weiß dißein jeder Bauer/ daß die ausfliegende Tauben ihre Nahrung auff dem Feldſuchen/ und derowegen auff den geſaͤeten Aeckern ſchaden thun/ indeme ſie denSaamen oder das geſaͤere Getraid aufffreſſen/ darfuͤr man ihnen dann Scheu-

ungen auff die Aecker machen ſolle. Im Winter aber ſtreuet man ihnen kleinGeſaͤm/ ais Hirſen/ Ruͤbſaamen/ Buchweitzen und deß Sommers gibt manihnen Erbs und Wicken; Waitzund Gerſte aber iſt ihnen am beſten/ Habernaber iſt denſelbigen nicht dienlich.

2. Das Trincken ſolle man ihnen in groſſen Geſchirren/ daß ſie ſich auchdarinnen baden koͤnnen/ vorſtellen.

3. Man ſolle nicht offt zu ihnen in das Tauben⸗Hauß kommen/ dann dar-von werden ſie gar ſcheue und verſtoͤbert/ kan man derowegen das Tauben-Haus reinigen/ auch was man ſonſten darein zu thun hat/ wann ſie außgepflogenund im Feldeſeynd/ und das ſolle auffs wenigſte einwal in einer Woche deßMorgens fruͤhe geſchehen.

Nota. Man ſolle die Trinck⸗Geſchirꝛ außleeren und mit friſchem Waſſerwiederum fuͤllen/ den Tauben⸗Koth abkratzen und ausfegen/ die tod-ten Tauben auswerffen/ die Neſter und Neſt⸗Kaͤſtlein ausraumen/damit ſie nicht Laͤus oder Wuͤrme bekommen/ auch die jungen Taͤub-lein/ ſo aus ihren Neſtern gefallen/ wieder hinein ſetzen.

4. Zur Zeit deß Schnees im Winter ſolle man ſie im Schlag behalten/dann ſie werden gerne verſchuͤchtert und ſchneeblind/ auch werden ſie leichtlichauffgefangen.

3. Der Meyer ſolle nicht geſtatten/ daß man im Hof ſchieſſe/ dannſie er-ſchrecken gar ſehr und bald/ auch werden die Jungen in der Brut darvon taub/oder kodt.

III. Das Legen der Eyer in acht zu nehmen/ ſo hat die Meyerin zuwiſſen/ ſo balden 2 vermercket/ daß die Tauben anfangen woͤllen/ ſo ſolleman ſie deſto oͤffters auslaſſen/ und ihnen alle Morgens und Abends etlichevörpäee nicht weit von der Scheuren/(wo keine Miſt⸗Hauffen ſeynd /) fuͤr.werffen.2. Die Tauben legen mehrentheils nur zwey Eyer/ bringen damit diezweyerley Geſchlecht/ nemlich einen Tauber undeine Taͤubin.

3. Bißweilen legen ſie auch drey Eyer/ und wann ſie das erſte Ey gelegethaben/ ſo ruhen ſie den andern Tag/ legen alsdann den dritten Tag das anderEy/ und bald hernach das dritte/ bruten ſie ferner alle drey aus.

4. Der