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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſt. XXIII. Von Bienen und Immen. 305

zehen kleine Loͤchlein ſeynd/ uͤber die Waltze lauffen/ daß das Wachs ſich inkleine dunne Schoͤlfflein oder Haͤutlein zertheilet.

Dieſe ſolle man zuſammen ſammlen/ und dieſelbe auff ein naß Tuch legen/auff eine geſlochtene Hurte oder Tafel/ ſtellet es an die Sonne/ und begieſſet eszum offtern mit friſchem Waſſer/ biß daß es weiß genug wird.

3. Wannes weiß und ſchoͤn/ ſo ſchmeltzet es zu Kuchen oder Scheiblein/dem es einem gefaͤllig iſt/ und verkauffet oder verbrauchet hernach daſ-

elbige. 1

Auffeine andere undbeſſere Art kan das weiſſe Wachs nachfolgender Ge-ſtalt gemacht oerden.

1. Man nimmt ein bequem Gefäͤß/ ſchmeltzet das Wachs darin/ ſeihetes Le- ein Beutel⸗Tuch ab/ und macht es lauter und klar von aller Unrei-nigkeit.

1 2. Ferner thut man das gereinigte Wachs in einen kupffernen Keſſel/ſetzet es uͤber ein lindes Kohl⸗Feuerlein/ laͤſſers warm werden und ſchmeltzen/alsdann ſetzt man neben dem Keſſel zwey Zuͤberlein mit friſchem Waſſer/ dar-ein thut man in ein jedes Zuberlein ein rundes hoͤltzernes Scheiblein wie einTeller/ ohngefehr halben Fingers dick/ oben in der Mitte mit einer Hand-Hebe/ damit man den Teller oder die Scheibe in das Wachs duncken/ undwiederaußheben koͤnne.

3. Wann demnach das Was geſchmoltzen/ ſo nimmt man bey der Hand-Bebe die Scheibe auß dem Waſſer/ und duncket ſie mit deruntern Flaͤche indas Wachs/ ſo haͤnget es ſich fein dunn an/ löͤſſet ſelbiges hernach mit einemW 8. continuiret/ darmit ſo lang/ biß das Wachs alles aus dem Keſſelabgehoben.

4. Die abgeloͤſete Scheiben⸗Wachs/ legt man auff reine Huͤrte/ oderſauber gehobelt Bret/ ſtellet es in dſe Sonne/ begieſſet es ſtaͤtig mit Waſſer/und bleichet ſie/ biß es weiß genug.

J. Die Bleichung kan im Heumonat am beſten geſchehen/ wann die Sonneam heiſſeſten ſcheinet/ muß man demnach ſolches zum oͤfftern mit friſchem Waſ-ſer netzen gleich wie man ſonſten das Leinen, Tuch bleichet. 1

Nota. Bey dieſer Wachs⸗Bleichung ſolle man fleiſſig zuſehen/ daß bey win-

digem Wetter kein Staub/ Aſche/ Sand Stoppel/ ober andere Un-reinigkeit auff das Wachs komme; Kan man demnach ſolches mitnaſſen Tuͤchern bedecken/ und unter denſelbigen gleichmaͤfſig bleichen/und vor aller Unreinigkeit bewahren.I1. Das ſchwarze Wachs zu machen/ ſo thut man nur gebrandte Pa-pier⸗Aſche unter das Wachs.,III. Gruͤn Wachs/ klein bütütes Gruͤnſpan.1

IV. Both