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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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304 Claſſ. XXIII. Von Bienen und Immen

3. Durch den Geruch wird der gute Honig erkennet/ wann er ſuͤſſe riechet/nicht geil oder ſaͤuerlich ſtincket. Sn

4. Je dickerund ſchwerer der Honig/ je beſſer er dem leichten fuͤrzuziehen/nach dem gemeinen Sprichwort:

1. Das beſte Oel oben.

2. Der beſte Wein in der Mitten im Faß.

3. Derbeſte Honig vnten im Geſchirr.

Es ſolle aber der Honig nicht zu dick noch zu duͤnn ſeyn/ ſondern eine wit,telmaͤſſige Conliltentz haben/ und ſich ſchoͤn in die Hoͤhe ziehen laſſen/ daß er imAblauffen nicht bricht; Dann wann er im Rinnen abbricht/ ſo jſt der Honig zudick oder zu duͤnn/ oder ungleich vermiſcht. 1

Ferner/ ein guter Honig ſolle nicht zu lang am Feuer gekocht werden.

2. Wanner ſiedet/ ſolle er keinen groſſen Schaum geben.

3. Solle er nicht zuſtarck nach Thymian riechen oden ſchmecken.

4. Der Honig/ ſo im Fruͤhling und Sommer geſammlet/ iſt beſſer/ dannder im Winter. 1.9

5. Der weiſſe Honig ſolle die Qualitaͤten des gelben haben.

VIII. Von Zubereitung deß Wachs/ und deſſelben Guͤte/ ſo hat dieHauß⸗Mutter ebenmaͤſſig zu wiſſen.

1. Wie ſie das Wachs reinigen und zubereiten/ auchII. Das beſte Wachs erwaͤhlen und erkennen ſolle.

1. Alles Wachs/ darvon der Honig iſt abgetropffet und außgepreſſet wor-den/ thut man in ein klein Keſſelein/ gieſſet ein wenig rein Waſſer darzu/ laͤſſetes ſchmeltzen uͤber einem gelinden Feuer/ und wann es geſchmoltzen/ ſo gieſſetman es in einem Zuber mit warmen Waſſer/ ſchaͤumet es ab/ deckt es mit ei-nem Sack oder etwas anders dicht zu/ äſſet es alſo langſam erkuͤhlen. Hernachwannes kalt worden/ ſo nimmt man es heraus/ thut alle Unreinigkeit untendarvon.

II. Gutes Wachs wird erkennet/ wann es ſchoͤn Gold. farb/ wol riechend/feiſt/ klebricht /leicht/ ſauber/ zaͤhe/ dicht und rein iſt.

2. Bey Zubereitung des Wachſes/ wird nicht undienlich ſeyn/ daß die fleiſ-ſige Hauß⸗Mutter auch wiſſe:

1. Wie man Wachs auff allerhand Manier faͤrben/ inſonderheitaber/ wie man das weiſſe Wachs machen ſolle.

b 1. Man mmmt ſo viel rein Wachs als esnoͤthig/ und zerſchmeltzet es wieWaſſer/ wann es geſchmoltzen/ ſo ſchoͤpffet man es mit einem groſſen Loͤffe/ undgieſſet es uͤber einegroſſe runde Waltzen/ die in einem Zuber voll Waſſer ſtehet/und umgedrehet wird.

2. Oderman laͤſſet das Wachs durch ein Becken./ darinnen acht 2

zehen

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