Band 
(1500 - 1815)
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125
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4. Kap.)

Ludwig XIV.

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überall gefeiert, von denen sich jedes sittliche Auge mitSchaam abwendet.Diese unsinnigen, entsittlichenden Hoffeste, die Kriege Ludwig's XIII.,XIV. und X V., die schlechte Finanzwirtbschast, der Verkauf der Stellenim Civil- und Militairdienste, die Einführung der Banknoten durch Law,und der Betrug damit durch den Herzog von Orleans, das den Wohlstandzerrüttende Prohibitivsystem, wonach hohe Zölle von allen Einfuhrartikelnerhoben wurden, das Daniederliegen des Ackerbaues, die Zerrüttung derGrundvesten des Staates, nämlich des Vertrauens und der Gerechtigkeit,durch Treulosigkeit, Eidbruch, willkürliche Einsperrung in die Bastilleund lettre« ,Ie onvket, endlich die Unduldsamkeit und grausame Ver-treibung der gewerbfleißigen und wohlhabenden Hugenotten durch dieDragonaden, stürzten Frankreich ins Verderben und machten aus ihm denHeerd aller Staatsnmwälzungen der Neuzeit. »

38. Karl I. von England (1625—1649) und JohnHampden.

Der durch die Reformation angeregte Geist verständiger Prüfungder religiösen Wahrheiten bemächtigte sich in England auch der politischenVerhältnisse. Nach dem Tode Jakob's, „des weisesten Narren", folgteder ernste und gemessene Karl I. (1625 —1649), welcher im Allge-meinen die Liebe des Volkes genoß, aber an dem Starrsinn der Puritanerund ihren aus die Spitze getriebenen Lehren von Freiheit und Gleichheit,sowie an seinem unzeitigen Streben »ach unumschränkter Gewalt undan seiner heuchlerischen Nachgiebigkeit unterging. Noch bestand in Eng-land das Parlament, das, wenn es sich auch unter den Tudors oft ge-beugt hatte, doch das unbestrittene Recht der Steuerbewilligung besaß unddeshalb oft versammelt werde» mußte. Nachdem Heinrich VIII. und Eli-sabeth vorangegangen, war es für einen englischen König zu verlockend,nach völliger Unabhängigkeit vom Parlament zu streben und, gleich denFürsten des Kontinents, sich zum unbeschränkten Herrn seines Königreichszu machen. Allein Karl I. bedachte nicht, daß er bei Ausführung solcherunvolksthümlichen Pläne, wie Elisabeth es gethan, in anderer Weise daspatriotische Gefühl der Engländer befriedigen mußte, und daß die Zei-ten andere geworden, namentlich daß die Gemeinen sich durch den alleStandcsunterschiede überspringenden Geist freier Forschullg gehoben fühl-ten. Schon fragte spöttisch das zu großen Dingen aufgelegte Volk:»woher es komme, das Großbritannien kleiner, als ehemals Britanniensei?" Karl I. übersah diese Stimmung des englischen Volkes und ergriffeine unbeliebte Maßregel nach der andern, bloß deshalb, weil er nicht nach-giebig erscheinen wollte. Leider glaubte er durch einige diplomatischeRänke, durch Heuchelei und Verstellung das geschärfte Auge des Parla-