4- Kap.) Karl I. und John Hampden. ' 131
Königs wurde keiner Antwort gewürdigt, weil man jenes Anerbieten nichtfür aufrichtig hielt. Da warf sich Karl den Schotten, unter denen er gebo-ren war, i» die Arme, in der Hoffnung, dort noch die meiste Treue zu fin-den (1646). Allein diese Ehrvergessenen verkauften ihn dem englischenParlamente für 400,000 Pfund, und statt der ersehnten Freiheit wurdeSchloß Holmby Karl's Gefängniß.
Indeß war mit der Beendigung des Bürgerkrieges auch die alteLiebe zum königlichen Hause zurückgekehrt, und die City von London for-derte die Freilassung des Königs, gegen gewisse von ihm zu leistende Bürg.schaften. Das Parlament wollte diese Stimmung benutzen, um sich von derLeitung der Jndependenten zu befreien und beschloß, das republikanisch ge-sinnte Heer nach Irland zu entfernen, wo ein ebenso fanatischer Katholicismusunter den königlichen Feldzeichen die ärgsten Greuel verübte. Dagegensträubte» sich die Soldaten und setzten einen Verwaltungsrath ein, dermit dem Parlamente unterhandelte. Damit dieser Schritt derArmee einengesetzlichen Anstrich hätte, entführten zwei Vertraute Cromwell's den Kö-nig in das Lager. Das Heer hatte damit den Anker gewonnen, an welchemes seine Macht im revolutionären Strome befestigen wollte. Cromwelldachte zunächst daran, die Armee mit dem Könige auszusöhnen, um sichdadurch eine vortbeilhafte Stellung zu verschaffen. Der König verkanntedas Günstige seiner Lage keineswegs und bot Cromwell und seiner Fami-lie Ehren und Würden an, allein dieser wollte sich erst von der aufrich-tigen Gesinnung Karl's überzeugen. Da meldete ihm einer seiner Auf-passer : heute gehe ein Brief des Königs, in einen Sattel eingenäht, andie Königin ab, welche sich schon seit zehn Jahren in Frankreich befand.Cromwell bemächtigte sich des Sattels, entwendete den Brief daraus undließ nun den leeren Sattel weiter befördern. Der König schrieb: „seineStunde sei gekommen; er sei jetzt der Mann, um dessen Gunst man sichbewerbe; er neige sich mehr dahin, sich mit den Schotten, als mit demenglischen Heere zu verbinden; was er aber auch zugestehen möge, die Kö-nigin dürfe unbesorgt sein; statt die Kerle mit demHosenbande zu beehren,wolle er den hänfenen Strick schon für sie finden" (1647). Nun wußteCromwell Bescheid und mit dem Geständniß, die Eitelkeit der Welt habeihn verführt, wandte er sich wieder den republikanischen Jndependenten zu.Auf seine Verwendung ging der Antrag im Unterhause durch, keineBotschaft mehr vom Könige anzunehmen. Karl I. war inzwischennach der Insel Wight geflohen, aber vom dortigen Gouverneur an Crom-well ausgeliefert worden. Seine Gefangenschaft wurde nun härter, dieBehandlung strenger. Jetzt gingen dem schottischen Parlamente die Au-gen über Cromwell's nichtswürdige Absichten aus; es erklärte sich fürden König und beschloß, 40,000 Mann gegen das englische Parlamentauszustellen. Darüber erschrak man in England und wollte die abgebro-
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