4. Kap.)
Wilhelm III. von England.
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überlassen, weil dieser die Erbschaft der Herzöge von Liegnitz, die1675 abgestorben waren, nach dem Erbvcrtrage von 1537 beanspruchte.Leopold hatte nämlich die schlesischen Lehen eingezogen und fürchtetedie Energie des Kurfürsten, welcher als unbeugsam bekannt war. Leo.Pold I. hielt daher diese Gelegenheit für günstig, dem Kurfürsten Verle-genheiten zu bereiten und ihn zu verhindern, seine Ansprüche auf die schle-stschcn Fürstenthümer geltend zu machen. Er schloß mit Ludwig XIV.Frieden und gedachte seines Bundesgenossen nicht mit einer Silbe. DieAnsprüche Brandenburgs an Schlesien befriedigte Leopold I. durch Ab-tretung des Schwiebuser Kreises an den großen Kurfürsten.
42 . Wilhelm III. von England (1688—1702).
Was Ludwig zu einem so schnellen Abschlüsse des Friedens vonNhmwegen bewog, war die Annäherung Englands und Hollands. Dasenglische Volk forderte drohend Krieg mit Frankreich und der holländischeStatthalter Wilhelm III. stand im Begriff, die Tochter Jakob's zu ehe-liche». Zugleich wurde der Briefwechsel Ludwigs mitKarl II. und dessenMinister offenbar. Da beschloß das Parlament, auf Shastesbury's An-regung, katholische Prinzen vorn Throne auszuschließen (Testacte 1673)und die lmbess ooipus-Acte zu erlassen (1679), worin die persönlicheFreiheit jedes Engländers gewährleistet und die Formen der Verhaftunggenau bestimmt wurden. Es bildeten sich durch ganz England die zweigroßen Parteien der Tori es und Whigs (Hof- und Volkspartei),deren Stimmen auch im Parlamente wiederhalltcn. Karl verstärkte dieReihen der Volkspartei gar sehr durch die ungesetzlichen Maßregeln seinerletztenRegierungsjahre und durch seinen aufdcmSterbcbette (1685) erklärtenUebertritt zum Katholicismus. Denn als nun der katholische Jakob II.den Thron bestieg und die Testacte aufhob, als seine Gemahlin widerErwarten einen Prinzen gebar (1688), wodurch die lästige Herrschaft derStuarts verlängert wurde, als er endlich erklärte, künftig ohne Parlamentregieren zu wollen, da riefen die Whigs zum Schutze der protestantischenReligion Wilhelm m. von Oranien aus Holland herbei. Bei seiner An-kunft lief das königliche Heer auseinander, eine Treulosigkeit, welche Jakobzur Flucht nach Frankreich zwang (1688). Irland, welches allein desKönigs Partei ergriff, wurde mit Waffengewalt unterworfen. Das eng-lische und schottische Parlament erklärte den Thron für erledigt und wählteWilhelm und seine Gemahlin Maria zu Königen (1689) und zurNachfolgerin die Prinzessin Anna, Jacob's II. jüngere Tochter. Zugleichaber sicherten die Volksvertreter in der bi» ok riZtits (1689) die Rechtedes Parlaments und begründeten so das geordnete Verfassungsleben desbritischen Jnselreichs. Wilhelm (1688—1702) vereitelte alle Ver-