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Ludwig XIV. und Kaiser Leopold I.
s3. Buch.
suche Jakob's zur Wicdereroberung des Throns und kündigte Frankreich,das die vertriebenen Stuart's unterstützte, den Krieg an (1689). Sowar durch die Thorheit der Stuarts erreicht, was das Volk beiderLänder so heiß wünschte, nämlich die Verbindung Hollands und Eng-lands gegen Ludwig's XI V. Eroberungsgelüste. Wilhelm'« ganze politischeund militairische Thätigkeit ging in dem Kriege gegen Frankreich auf.
43. Ludwig XIV. und Kaiser Leopold I. (1657—1705).
Ludwig XI V. hatte, im Vertrauen auf die Schwäche des Kaisers Leo-pold I.( 1657—1705) und des spanischen KönigsKarl Il.( 1665 — 1700)nicht nur im Kriege, sondern sogar im Frieden durch die sogenannten Reu-nionen, Eroberungen gemacht. Ein Parlamentsrath zu Metz, R o-land Le Revaulx, war durch einen Artikel des westphälischen Friedens,welcher heißt: „Elsaß und die anderen Distrikte werden an Frankreich mitallen Dependenzen abgetreten," aus den Gedanken gekommen, demKönige den Vorschlag zur Errichtung von vier Reunionskammern, zuBreisach, Metz, Tournai und Besan<,-on *), zu machen. Diese Reunions-kammern waren Gerichtshöfe, welche untersuchen sollte», was irgend ein-mal, und wäre es vor tausend Jahren, zum Elsaß gehört habe. Ein sol-ches Verfahren war schmachvoll und treulos. Aber die gutmüthigenDeutschen duldeten eine Reunion nach der andern und merkten es kaum, alsdas wichtige Straßburg durch Verrath in Ludwig's Hände fiel (1681).
Wilhelm III. brachte dagegen 1684 die Quadrupel-allianz zwischen Spanien, dem Kaiser, Holland und Schweden zuStande. Allein im dem Vergleiche von Frankfurt, wo die fran-zösischen Gesandten den Deutschen ihre Sprache aufdrangen, behielt Lud-wig fast alle Reunioncn, wogegen er einen zwanzigjährigen Waffenstill-stand versprach. Man wußte aber wohl, was von des „frommen" Ludwig'sVersprechungen zu halten sei und Wilhelm bemühte sich besonders, diesden benachbarten Höfen klar zu machen. Er sah auch voraus, daß nachAufhebung des Edicts von Nantes (1685), wodurch Frankreich beinaheeine Million der fleißigsten und wohlhabendsten Bürger verlor, die pro-testantische Religion in den Niederlanden gefährdet war. Endlich gelanges ihm, zwischen Kaiser und Reich, Holland und Spanien 1686 zuAugsburg ein neues Bündniß zu Stande zu bringen, weil er glaubte,Ludwig würde die Bedrängniß, in welcher der Kaiser durch die Tür-ken schwebte, zu neuen Eroberungen benützen. Wirklich erhob Ludwigbeim Erlöschen des pfälzischen Hauses für die Herzogin vonOrleans, eine pfäl-zische Prinzessin, Ansprüche aufSimmern, Läutern und die halbe Grafschaft
') Im Elsaß, Lothringen, Hennegau und der Freigrafschaft Burgund.